Mo., 25.01.2016

Offener Flohmarkt und Begegnungsfest Vier Stunden nur für Frauen

Modern ist die Moschee des Islamisch-Türkischen Vereins in Burgsteinfurt eingerichtet. Im Eingangsbereich hängen Bilder wie dieses. 99 Namen gibt es für Allah im Islam, das Bild zeigt einen. Die Botschaft: Gott liebt alle Menschen. Meral Sert (r.) und Fazilet Tuztekin zeigen es gerade.

Modern ist die Moschee des Islamisch-Türkischen Vereins in Burgsteinfurt eingerichtet. Im Eingangsbereich hängen Bilder wie dieses. 99 Namen gibt es für Allah im Islam, das Bild zeigt einen. Die Botschaft: Gott liebt alle Menschen. Meral Sert (r.) und Fazilet Tuztekin zeigen es gerade. Foto: bl

Burgsteinfurt - 

Fazilet Tuztekin ist 40 Jahre alt. Sie lebt glücklich mit Familie, Haus und Katze in Burgsteinfurt. In Rheine wurde sie geboren. Relativ weit weg, in der Türkei, wuchs sie auf. Als junge Frau kam sie vor mittlerweile 15 Jahren wieder zurück nach Deutschland. Ihre Freundin Meral Sert ist ebenfalls in Burgsteinfurt zu Hause. Sie ist in „Stemmert“ – diesen Ausdruck benutzt sie an diesem Januarmorgen selbst – geboren. Beide haben den deutschen Pass; und beide engagieren sich im Türkisch-Islamischen Verein Steinfurt.

Von Bettina Laerbusch

Ein Jahr ist es jetzt her, dass dieser Verein in dem ehemaligen Penny-Markt an der Ochtruper Straße eine neue Moschee errichtet hat: zwei Gebetsräume, eine kleine und eine große Küche sowie Begegnungsräume. Genau dort wird am Samstag (30. Januar) ein Flohmarkt nur für Frauen stattfinden. Meral Sert und Fazilet Tuztekin gehören zum Organisationsteam und freuen sich sehr auf diesen Tag. Doch ungetrübt ist dieses positive Gefühl nicht. Mit Hass-Post müssen die Frauen leben. „Es gibt viele positive Reaktionen auf unsere Einladung im Internet, aber auch negative. In einem Kommentar kann man lesen, dass niemand zu uns kommen soll, weil der Erlös für den IS bestimmt sei“, berichtet Meral Sert. „Das ist sehr traurig für uns“, fügt Fazilet Tuztekin ruhig, leise hinzu.

Als „modern und offen“ bezeichnet die hiesige Polizei den Türkisch-Islamischen Verein in Steinfurt. „Da sind auch Frauen im Vorstand“, sagt der Polizeisprecher. Stimmt: Fazilet Tuztekin vertritt die Interessen der Frauen im Leitungsgremium des Vereins.

Die Frauen haben einen eigenen Gebetsraum, der hinter dem der Männer liegt. Die Grundfarbe des dicken Teppichs, der in beiden Räumen ausgelegt ist, ist türkis. Jeder, der die Moschee kennenlernen wolle, sei eingeladen. „Viele trauen sich nicht“, sagt Meral Sert, das stelle sie immer wieder in Gesprächen mit ihren Kunden fest. Die 38-Jährige arbeitet in einem Friseurgeschäft. Der Flohmarkt soll auch deshalb nicht nur ein Verkaufsevent sein, sondern den Besucherinnen darüber hinaus die Möglichkeit geben, gemütlich türkische Spezialitäten zu kosten, Kaffee oder Tee zu trinken und alles, was sie interessiert, zu erfragen.

Wer die Moschee betritt, dem fällt wahrscheinlich zuallererst der Geruch auf: Es riecht nach neuen Möbeln und frisch verarbeitetem Holz. Gleich links fällt eine kleine Küche mit Sitzgelegenheiten in den Blick. Im Eingangsbereich sind Wandverzierungen zu sehen, überdies eckig abgegrenzte Bilder, direkt aufs Mauerwerk gemalt. Die beiden Frauen und der verantwortliche Iman erklären, was auf zweien zu lesen ist: Auf einem Bild ist der Anfang eines Stiftsgebetes niedergeschrieben; auf dem zweiten ist einer der 99 Namen, die Allah im Islam hat, abgebildet. Die Botschaft: Gott liebt alle Menschen.

In diesem Eingangsbereich werden am Samstag Stehtische aufgebaut sein, an denen sich die Besucherinnen unterhalten, essen und trinken können, wenn sie den Flohmarktbummel beendet haben. In dem kleinen Café gibt es auch Sitzmöglichkeiten.

Frauen aller Religionen, jeden Alters und jeder Nationalität, ob alleinerziehend, verheiratet oder als Single unterwegs seien eingeladen, betonen Meral Sert und Fazilet Tuztekin.

„Natürlich dürfen auch Kinder mitkommen“, sagt Meral Sert. Sie macht eine Pause, schmunzelt und fährt so fort: „Doch eigentlich ist das ja ein Nachmittag für Frauen – da sollen die Männer mal auf die Kinder aufpassen.“

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