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Do., 28.01.2016

Gymnasiasten treffen Schriftsteller Facetten lyrischen Schaffens

Burgsteinfurt - 

Die Autoren Charlotte Dresen (20) und Guy Helminger (53) machten am Mittwoch Station in Burgsteinfurt. Sie sind Gewinner des poetry.NRW-Wettbewerbs.

Eine intensive Begegnung mit dem Thema Lyrik erlebten am Mittwochmorgen Schülerinnen und Schüler des Kurses EF, früher Jahrgangsstufe 10, des Gymnasium Arnoldinum. Ort des Geschehens war die Stadtbücherei. Dort gastierten zwei Autoren, Teilnehmer des Wettbewerbs „postpoetry.NRW“, die noch im November von der Jury ausgezeichnet wurden: Charlotte Dresen (20) aus Hamburg und Guy Helminger (53) aus Köln. Sie machten auf ihrer Lesereise Station in Burgsteinfurt. Das Lyrikprojekt geht im Sommer in seine sechste Runde. Gedichte werden dabei auf Karten gedruckt und verschickt. Post-poetry eben.

So unterschiedlich wie ihr Alter ist auch die Herangehensweise der beiden Autoren an das Gedichteschreiben. Manchmal wird die Nachwuchspreisträgerin und Studentin der Biochemie in Köln, Charlotte Dresen, gefragt: „Warum Lyrik“? Dann kontert sie: „Warum nicht?“ Ihre naturwissenschaftliche Ausrichtung und das Schreiben müssen sich ja nicht ausschließen. Ihr Poem „SchokoKüsse zum Frühstück“ überzeugte die junge Jury des Wettbewerbs. „Zwischen Blaubeer-Pfannkuchen-Türmen und LED- Kaugummi-Lichterketten fahren Gummibärchen- Autos“, heißt es darin. „Füttere den Wahnsinn mit Glukose“, lautet der Schlusssatz. Ist das vielleicht eine Anspielung auf das Fach Biochemie? „Nein, es ist eigentlich nur eine kleine Quatschgeschichte“, erklärt die Autorin. Lyrik regt eben zum Nachdenken an. Mag jeder darin sehen, was er gern möchte. Die Studentin bleibt vorwiegend deskriptiv in ihren Gedichten, sie beschreibt gern.

Helminger verfährt da anders. „Meine Haare haben die Farbe von eingelegtem Ingwer, die Haut bleich wie Reispapier“, schreibt er in seinem Siegergedicht „Ich war noch nie in Tokio“. Es berge feinen Humor ebenso wie ungelöste Rätsel“, meinte die Jury. Helminger war viel in der Welt unterwegs. Ein Findungsprozess.

Für den erfahrenen Autor ist der Klang eines Gedichts extrem wichtig. „Ich schreibe mit den Ohren“, sagt er. Wenn er Gedichte vorträgt, hört es sich manchmal an wie Sprechgesang. Seine Werke – Lyrik und Prosa – sind oft Auseinandersetzungen mit der Kultur. Oft ist „Tod“ ein Thema. „Wir sind schließlich viel länger tot als wir leben“, sagt er mit schwarzem Humor. Doch seine Gedichte sind keine Vorbereitung auf das Jenseitige, eher ein Plädoyer für die Gegenwärtigkeit.

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