Do., 28.01.2016

Anteile an den Stadtwerken erhöht BEGSt hat das Geld überwiesen

Halten die Kaufurkunde in Händen (v.l.): Hermann Lindhof (BEGSt), Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer, Rolf Echelmeyer (Stadtwerke) und Sebastian Hahn (BEGSt).

Halten die Kaufurkunde in Händen (v.l.): Hermann Lindhof (BEGSt), Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer, Rolf Echelmeyer (Stadtwerke) und Sebastian Hahn (BEGSt). Foto: Drunkenmölle

Steinfurt - 

Zum Beweis hatte Hermann Lindhof den notariell beurkundeten Vertrag gestern Morgen gleich mit ins Rathaus gebracht. Der Kauf der Bürgerenergiegenossenschaft Steinfurt (BEGSt) von weiteren fünf auf nunmehr 15 Prozent Anteile der RWE am Stammkapital der Steinfurter Stadtwerken ist unter Dach und Fach. Das Geld (1,25 Millionen Euro) ist in der zweiten Kalenderwoche des neuen Jahrs auf das Konto des Energieversorgers überwiesen worden.

Von Dirk Drunkenmölle

„Und das alles komplett über Mitgliedsanteile“, verkündete Lindhof zusammen mit seinem Vorstandskollegen Sebastian Hahn auch mit ein wenig Stolz darauf, dass es gelungen ist, die Zukunft der örtlichen Stadtwerke durch das Mitwirken der einheimischen Bevölkerung ein Stück weit mitzugestalten. Zwar wurde das Ziel, die 1000-Mitglieder-Marke zu überschreiten, knapp verfehlt. Am Ende fehlten 50. Gleichwohl sind 330 neue Beteiligungen abgeschlossen worden. 218 Mitglieder sind neu dazugekommen, der Rest hat seine Anteile noch einmal erhöht. Mit Ende der Zeichnungsfrist ist das Buch zu, weitere Anteile erwerben zu können.

„Ein prima Ergebnis für die Stadt“, freute sich Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer darüber, dass das Genossenschaftsprinzip so viele Menschen überzeugt habe. „Das ist auch ein tolles Beispiel für die Solidarität in der Stadt“, fügte die Verwaltungschefin an.

„Diese direkte Bürgerbeteiligung ist bislang einmalig“, verwies Stadtwerke-Geschäftsführer Rolf Echelmeyer auf Anrufer aus dem gesamten Bundesgebiet, die danach fragen, was sie unternehmen können, um das Steinfurter Modell kopieren zu können. „Grundsätzlich“, so betonte Echelmeyer, „bauen wir mit der genossenschaftlichen Beteiligung eine lokale Wertschöpfungskette auf.“

Lindhof und Hahn verwiesen in diesem Zusammenhang noch einmal auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit während der Vertragsverhandlungen mit den RWE und die Unterstützung durch Rolf Echelmeyer sowie Claudia Bögel-Hoyer. Nicht vergessen wurde auch Ex-Bürgermeister Andreas Hoge, der großes Geschick bei den Preisverhandlungen bewiesen hätte. Nach vorsichtigen Schätzungen geht die BEGSt davon aus, dass die Mitglieder in den nächsten Jahren mit mindestens vier Prozent Rendite rechnen dürfen.

Und wie geht es jetzt weiter? Weitere Anteilskäufe sind im Moment nicht vorgesehen. Indes: Sie werden, wie Lindhof weiter anmerkte, nicht ausgeschlossen, sollten sich bei den RWE die Türen noch einmal öffnen. Zunächst sei es das Ziel, möglichst viele Mitglieder an die Stadtwerke zu binden. Für die BEGSt-Strom- und Gaskunden gibt es auf der Jahresrechnung bereits 53 Euro Rabatt.

Darüber hinaus werde man sicherlich seine Möglichkeiten nutzen, Einfluss auf die Stadtwerke-Strategien zu nehmen. „Wir wollen helfen, Steinfurt energieautark zu machen“, erklärte Lindhof und verwies auf den guten Draht, der bereits zu den Wind- und Biogaserzeugern bestehe, die Energieversorgung in die eigenen Hände zu nehmen.

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