So., 31.01.2016

UKM übernimmt Steinfurter Krankenhaus Marienhospital ist gerettet

Steinfurt bleibt Krankenhausstandort. Die Uniklinik Münster wird ab 1. März zunächst als Geschäftsbesorger den Betrieb des Marienhospitals übernehmen und in einem nächsten Schritt prüfen, wann die Trägerschaft übernommen werden kann.

Steinfurt bleibt Krankenhausstandort. Die Uniklinik Münster wird ab 1. März zunächst als Geschäftsbesorger den Betrieb des Marienhospitals übernehmen und in einem nächsten Schritt prüfen, wann die Trägerschaft übernommen werden kann. Foto: Marienhospital

Steinfurt - 

Das Universitätsklinikum Münster (UKM) wird den Betrieb des Marienhospitals in Steinfurt übernehmen. Damit ist am Wochenende eine lange Zitterpartie zu Ende gegangen.

Von Dirk Drunkenmölle

Die Meldung hat sich am Samstag in Windeseile auf allen Nachrichtenkanälen und in den Sozialen Medien verbreitet: Das Universitätsklinikum Münster (UKM) wird ab 1. März die Geschäfte des Steinfurter Marienhospitals übernehmen. Vorausgesetzt, der Kreis Steinfurt bleibt bei seiner Zusage, den Restrukturierungsprozess mit 2,5 Millionen Euro zu unterstützen, ist die Zukunft des örtlichen Krankenhauses damit gesichert.

„Die Zitterpartie ist zu Ende. Es geht weiter mit dem Marienhospital in Steinfurt. Weiter für die Patienten, weiter für die Mitarbeiter“, hat Prof. Dr. med. Dr. Norbert Roeder, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Münster (UKM), auf einer Belegschaftsversammlung des Marienhospitals erklärt. 270 der rund 670 Mitarbeiter hatten sich dazu am Samstagvormittag im Burgsteinfurter Gymnasium Arnoldinum getroffen. Die entsprechenden Verträge sollen noch in diesem Monat unterzeichnet werden, kündigte Thomas Schulz, Pressesprecher des Sachwalters, in diesem Zusammenhang an.

Die UKM, so teilen sowohl Schulz als auch Dagmar Mangels, Leiterin der Unternehmenskommunikation am UKM, mit, übernimmt zunächst die Rolle eines sogenannten Geschäftsbesorgers. Innerhalb der kommenden Monate wolle dann der Aufsichtsrat des UKM entscheiden, ob und wann das Steinfurter Krankenhaus als Tochterunternehmen für einen dauerhaften Betrieb durch das UKM übernommen wird. „Die Zielsetzung ist, das Haus nachhaltig in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Das Marienhospital soll als guter und umfassender internistischer und chirurgischer Versorgungsschwerpunkt für die Bevölkerung fortgeführt und ausgebaut werden. Das medizinische Leistungsangebot wird den Versorgungsnotwendigkeiten und den Bedürfnissen der Patienten in der Region gerecht“, wird Roeder in der Pressemitteilung weiter zitiert. Das UKM sehe, so Roeder weiter, seine Rolle in der Sicherstellung der regionalen Krankenversorgung und beteilige sich daher gerne daran, tragfähigen und realistische Lösung herbeizuführen, für die jedoch die notwendigen Rahmenbedingungen erfüllt sein müssten. „Dazu müssen wir die Zusagen der Unterstützer in den kommenden Wochen einsammeln“, erklärte Roeder.

Für die eigenverwaltende Geschäftsführung des Marienhospitals Steinfurt erklärt dessen kaufmännischer Leiter Ulrich Scheer: „Diese Zusagen beziehen sich sowohl auf den operativen Krankenhausbetrieb als auch auf Investitionen in ein neues Bettenhaus.“

Der Generalbevollmächtigte der Marienhospital Münsterland GmbH, Dr. Jörg Bornheimer von der Sozietät GÖRG, ergänzte: „Mit dem UKM haben wir nach dem Verkauf des Krankenhauses in Greven an die Franziskus-Stiftung auch für den Standort Steinfurt einen geeigneten Kooperationspartner und möglichen Übernehmer für eine nachhaltige Sanierung gefunden. Hierdurch ergebe sich zugleich die Chance, für die Immobilie in Emsdetten einen Ankermieter aus dem medizinischen Bereich zu gewinnen und somit die Voraussetzung für den alsbaldigen Verkauf der Immobilie an vorhandene Interessenten sowie eine für die Stadt und Bevölkerung sinnvolle Nutzung zu schaffen.“

Dr. Frank Kebekus, vom Insolvenzgericht bestellter Sachwalter der Marienhospital Münsterland GmbH, bestätigte, dass der Gläubigerausschuss der Fortführung des Krankenhausbetriebs bereits zugestimmt habe. „Die Gläubiger haben die komplexen Prozesse in diesem Verfahren konstruktiv begleitet“, wird Kebekus von Thomas Schulz abschließend zitiert.

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