Mi., 03.02.2016

Notunterkunft im Gewerbegebiet Sonnenschein Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Unterbringung auf Zeit:  Wie in Hörstel entstehen in Steinfurt ähnliche Unterkünfte für Asylsuchende. In Steinfurt werden sie in Tragluftzelten untergebracht, ehe sie auf die Kommunen verteilt werden.

Unterbringung auf Zeit:  Wie in Hörstel entstehen in Steinfurt ähnliche Unterkünfte für Asylsuchende. In Steinfurt werden sie in Tragluftzelten untergebracht, ehe sie auf die Kommunen verteilt werden. Foto: Stephan Beermann

Steinfurt - 

Die Vorbereitungen sind in vollem Gang: Voraussichtlich am 25. Februar soll die erste von zwei Traglufthallen als Notunterkunft für Flüchtlinge an der Dornierstraße im Gewerbegebiet Sonnenschein fertig sein. Die Stadt Steinfurt richtet diese im Wege der Amtshilfe für das Land Nordrhein-Westfalen ein.

Von Lisa Brentrup

Mit der Notunterkunft entsteht für die Stadt eine bislang nicht da gewesene Situation. Wie viele Flüchtlinge kommen oder welche Nationalität sie haben, ist nicht abzusehen. Die Menschen werden direkt von der Grenze in Süddeutschland nach Steinfurt gebracht. Hier werden sie registriert und ärztlich untersucht, unter anderem auf Infektionskrankheiten. Dafür ist laut Johannes Schencking vom Ordnungsamt ein großer Empfangsbereich in den Hallen vorgesehen. Daneben gibt es Flächen zum Spielen für die Kinder und zum Essen, das von einem Caterer angeliefert wird. Sanitäre Anlagen und Büros für die Mitarbeiter ergänzen die Einheit. Die Halle ist in Räume unterteilt. In den Schlafbereichen stehen jeweils sechs Betten in einem Raum.

Die Stadt stellt drei Mitarbeiter und einen Hausmeister für die Notunterkunft zur Verfügung. Die Betreuung der Flüchtlinge liegt aber vor allem in den Händen des Deutschen Roten Kreuzes. Auch ein Sicherheitsdienst wird rund um die Uhr vor Ort sein. Das Gelände ist eingezäunt, die Flüchtlinge werden mit einer Chip-Karte ausgestattet. Die zentrale Registrierung als Vorbereitung für den Asylantrag wird für die Menschen voraussichtlich am Flughafen Münster/Osnabrück in Greven sein, sagt Schencking.

Maria Lindemann, Erste Beigeordnet, rechnet dank der Betreuung mit einem reibungslosen Ablauf. „Das zeigen die Erfahrungen aus anderen Einrichtungen dieser Art“, sagt sie. Finanziert wird die Unterkunft vom Land. Allein für Vorbereitung und Aufbau fallen laut Bezirksregierung 370 000 Euro an. Anschließend zahlt das Land für die Hallen samt Inneneinrichtung Miete, teilt die Bezirksregierung mit. Deren Höhe steht noch nicht fest. Ausgelegt ist die Unterkunft auf ein Jahr.

Wie berichtet sollen die Hallen eine Durchgangsstation für bis zu 600 Menschen werden. Johannes Schencking rechnet damit, dass niemand länger als drei Wochen dort bleiben muss. Im Anschluss werden die Flüchtlinge den Kommunen zugewiesen. Einige werden auf diesem Wege auch in Steinfurt bleiben. Vorerst allerdings ruht die Zuweisung für die Stadt, bedingt durch die Zahl der Menschen in der Notunterkunft. Denn die dort untergebrachten Flüchtlinge werden auf die Quote der Stadt Steinfurt angerechnet.

Dennoch sind die Rathaus-Mitarbeiter durch die Flüchtlingssituation weiterhin stark ausgelastet, wie Maria Lindemann erklärt. Einige Bereiche wurden leicht aufgestockt, aber dennoch: Zu schaffen sind neben der Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen derzeit nur die Pflichtaufgaben, manches geschehe zeitverzögert. Und: Die Verwaltung ist weiterhin auf der Suche nach geeignetem Wohnraum.

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