Do., 04.02.2016

Krankenhaus-Rettung UKM gibt Emsdetten einen Korb

Steinfurt / Emsdetten - 

Das Gespräch sei konstruktiv gewesen, blickt Josef Albert Dütsch zufrieden auf das Treffen des Vereinsvorstands von „Gesundheitsstadt Emsdetten“ mit der Spitze des Universitätsklinikums Münster (UKM). Das bezieht sich allerdings auf die Gesprächskultur, die klare Kommunikation, die deutliche Botschaft. Denn mit Blick auf die Ergebnisse seien die Emsdettener deutlich ernüchtert aus Münster heimgekehrt.

Auf den Punkt gebracht: Die Bemühungen, in Emsdetten noch einmal eine stationäre Krankenhausversorgung zu installieren, können endgültig aufgegeben werden.

Zwar hält es Josef Albert Dütsch – Gesundheitsexperte und Jurist – aufgrund finanzieller und rechtlicher Unwägbarkeiten momentan weiterhin für verfrüht, das Verhandlungsergebnis vom Wochenende (wir berichteten ausführlich) zu feiern. „Die Behauptung, das Krankenhaus in Borghorst sei gerettet, ist unzutreffend“, sagt der gebürtige Emsdettener. UKM, NRW-Ministerium und vielleicht auch dem Bistum sei lediglich bis Ende April die Möglichkeit verschafft worden, das Krankenhaus in Steinfurt zu retten. Allerdings würden nahezu alle Beobachter den Eindruck teilen, dass diese Lösung mit aller Macht umgesetzt werden soll, beziehungsweise auf allen Ebenen alles Mögliche in Bewegung gesetzt werde, um alle Hürden aus dem Weg zu räumen. Aber selbst, wenn die Rettung des Steinfurter Marienhospitals scheitern sollte, werde das dem Emsdettener Hospital nicht „helfen“. Das UKM jedenfalls werde für diesen Fall die Reanimierung von Emsdetten nicht als Alternative verfolgen, erklärt Dütsch.

Die Uniklinik gehe davon aus, dass alle Bemühungen, Emsdetten mit einer bestimmten Bettenzahl im NRW-Krankenhausplan zu belassen – also einen Krankenhausbetrieb in welcher Form auch immer wiederzubeleben – „zum Scheitern verurteilt sind“, sagt Dütsch. Eine Einschätzung, die der UKM-Vorstand auf Nachfrage so bestätigt. „Aus diesem Grunde hat das UKM dazu geraten, die diesbezüglichen Bemühungen in Emsdetten endgültig einzustellen“, so Dütsch.

Wie bestätigt, möchte die Uniklinik in Emsdetten die Psychosomatik ansiedeln – darüber hinaus aber nichts. „Das UKM sieht sich nicht als Konkurrent zum Verein ,Gesundheitsstadt‘. Aber auch nicht als Kooperationspartner“, fasst Dütsch die Ergebnisse des Gespräches mit Blick in die Zukunft zusammen.

Das vom Verein erarbeitete und nach eigener Aussage medizinisch und wirtschaftlich langfristig tragbare Konzept, das am Marienhospital Emsdetten auch eine 24-Stunden-Notfallversorgung vorsieht, ist damit Geschichte, bevor es überhaupt vorgestellt wurde. „Es sei denn, Borghorst scheitert und es bleibt somit bei einer Unterversorgung, wir finden einen anderen Kooperationspartner als die UKM und können das Land vom Konzept überzeugen“, sagt Dütsch.

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