So., 28.02.2016

5. Sinfonic Rock Night: 100 Akteure reißen Publikum mit Mehr als nur „angekommen“

Starke Stimmen: Die Solisten (von links) Salib Tarakci, Donovan van Waard, Heide Bertram, Helen Stegemann und Marie Teigeler überzeugten auch bei gemeinsamen Stücken.

Starke Stimmen: Die Solisten (von links) Salib Tarakci, Donovan van Waard, Heide Bertram, Helen Stegemann und Marie Teigeler überzeugten auch bei gemeinsamen Stücken. Foto: Detlef Held

Steinfurt - 

Es war eine bunte und zum Teil gewagte Mischung aus Klassik, Rock und Pop, die das Ensemble am Freitag und Samstag präsentierte. Aber das Ergebnis konnte sich wirklich hören lassen.

Von Detlef Held

„Wir haben uns von Mal zu Mal gesteigert. Ich glaube die Aufführungen am Freitag, besonders aber am Samstag, war das Beste, was wir in dieser Reihe je geboten haben.“ Michael Gantke freute sich am Samstagabend über das, was die Sänger und Musiker unter seiner Leitung bei der Steinfurter Sinfonic Rock Night zu Gehör gebracht hatten. Mit der musikalischen Leistung der Schüler und Lehrer der Musikschule am Kulturforum Steinfurt war der Dirigent und Macher der Rock Night sehr zufrieden. „Angekommen“ war das Motto. „Ich glaube, das haben wir geschafft“, so Gantke.

Dr. Barbara Herrmann, Leiterin des Kulturforums, machte bei ihrer Begrüßung deutlich, dass es nach wie vor eine Herausforderung ist, Klassik, Rock und Pop zusammenzubringen. „Ich bin aber sicher, dass diese fünfte Auflage wieder ein kultureller Hochgenuss sein wird.“ Sie nutzte die Gelegenheit, sich bei den Sponsoren aus der Wirtschaft zu bedanken, ohne die dies nicht denkbar wäre. Herrmann: „Wir an der Musikschule sorgen dafür, dass Menschen sich zu Persönlichkeiten entwickeln, die später auch ihr Berufsleben meistern, genau wie sie ihre Instrumente beherrschen. Daher braucht die Wirtschaft die Kultur, auch zu ihrem Vorteil. Es ist Teil einer Regionalentwicklung, die uns allen in Steinfurt gut tut“, so Herrmann.

Souverän und gekonnt sorgte Dirigent Michael Gantke dafür, dass das Zusammenspiel der insgesamt 96 aktiven Musiker nahezu perfekt klappte. Die Gesangssolisten Heide Bertram, Helen Stegemann, Marie Teigeler (alle aus Steinfurt), Salib Tarakci (Ahaus) und Donovan van Waard aus den Niederlanden präsentierten sich zusammen mit dem großen Sinfonieorchester – bestehend aus Streichern, Bläsern und Schlagzeug – , der Rockband aus vier Musiklehrern und dem von Sängerin Heide Bertram zusammengestellten Projektchor als musikalische Einheit und schwangen sich zu Höchstleistungen auf.

Ohne jeden Zweifel würde diese große Besetzung auch auf professionellen Bühnen genauso gefeiert werden, wie in der Mensa am Borghorster Gymnasium am Freitag und Samstag. Dazu trugen vor allem die Gesangssolisten bei. Marie Teigeler wusste mit ihrer klaren Stimme bei der „Fool`s Overture“ von „Supertramp“ genauso zu überzeugen wie die Borghorster Popsängerin Helen Stegemann, die mit „Ride like a wind“ deutlich machte, warum sie beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ die Höchstpunktzahl erreichte und beim Landeswettbewerb vertreten sein wird. Donovan van Waard, der bislang in Steinfurt nie fehlte, begeisterte erneut. Seine Hommage an Udo Jürgens unter dem Titel „Die Krone der Schöpfung“ mit dem kritischen Text zu den Flüchtlingsszenarien in Deutschland und Europa wurde mit großem Beifall honoriert. Beim Song „Feeling Good“ wurde seine Vielseitigkeit besonders deutlich. Salip Tarakci war nicht weniger überzeugend als Solosänger beim „If you love Somebody (nach Sting) und auch im Duett mit Donovan van Waard mit „Paradise“ von „Coldplay“. Star des Abends war zweifellos die Sopranistin Heide Bertram. Sie überraschte nicht nur mit einem niederländischen Song („De Zee von Trijnte Ooserhusi“), sondern vor allem mit „Sinfonic Nightwish“ von „Nightwish“. „Das kann nur sie“, kündigte Moderator und Musikschullehrer Christoph Bumm-Dawin diesen besonderen Auftritt an. „Nightwish ist eine Symphonic-Metal-Band aus Finnland. Sicherlich ein kleines Wagnis, aber mit Heide Bertram haben wir eine, die dies mühelos schafft.“ Er sollte Recht behalten.

„Zeit, das sich was dreht“ von Herbert Grönemeyer mit allen Akteuren war dann der Abschluss des Abends, „bei dem die Musik unter die Haut ging“, wie Moderator Bumm-Dawin treffend zusammenfasste. Die rund 500 Zuhörer in der voll besetzten Mensa bedanken sich mit tosendem Beifall und Zugabeforderungen, die die Musiker gerne erfüllten.

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