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Fr., 02.12.2016

Die Bullemänner mit „Schmacht“ im Luther-Haus Nichts für Kostverächter

„Die Bullemänner“ präsentieren am 19. Januar ihr Programm „Schmacht“ im Martin-Luther-Haus.

„Die Bullemänner“ präsentieren am 19. Januar ihr Programm „Schmacht“ im Martin-Luther-Haus. Foto: Inka Vogel

Burgsteinfurt - 

Die Schwergewichte westfälischer Unterhaltungskunst, Heinz Weißenberg und Augustin Upmann, machen „Schmacht“: Zwei Stunden kabarettistische Filetspitzen, deftige Alltagskost, satirische Sahneschnittchen und sinnfreien Quatsch mit Sauce werden „Die Bullemänner“ am 19. Januar (Donnerstag) ab 20 Uhr ihrem Steinfurter Publikum im Martin-Luther-Haus auftischen. Heute (2. Dezember) beginnt bei SMarT – Steinfurt Marketing und Touristik am Markt der Vorverkauf.

In Suchtdrup, der fiktiven Heimat der beiden Bullemänner tut sich was: Weltbewegendes sogar! Der Campingplatz ist Erstaufnahmeeinrichtung für junge Flüchtlinge. 14 Nationen sind auf dem Platz versammelt. „Drei mehr als bei Yogi Löw”, erklärt Platzwart Karl Faktor, der ein strenges Regiment führt. „Keine Verhätschelung bei der Integration“, ist sein Motto. Und weiter: „Den Fehler haben wir bei den Ossis gemacht!“

Königsdramen, die sich Shakespeare nicht besser hätte ausdenken können, erschüttern das Dorf. Das große Bangen vor dem Schützenfest: Wer wird König? Es kann nur einen geben. Meistens will auch nur einer. Aber das Drama, wie der das erleidet, was er nicht erkämpfen musste, das ist ganz großes Gefühlskino!

„Schmacht“. so heißt es in der Ankündigung, ist das vielleicht persönlichste Werk der Bullemänner. Sehr komisch, sehr philosophisch und sehr bekloppt. Und in diesem Programm hat sich die Pianistin Svetlana Svoroba endgültig von der „Tastenfachkraft” der Bullemänner zur Powerfrau entwickelt: Sie brilliert mit staubtrockenem Humor, witzigen Liedern und musikalischer Virtuosität. So schmettert sie als hinterhältige Klobürste Opernarien, schmachtet nach Liebe als „desperate Housewife” aus der Neubausiedlung und lässt die Herzen schmelzen, wenn sie von ihrem Abschied aus der ukrainischen Heimat singt.

Die Bullemänner erzählen Geschichten aus dem Alltag – von dem, was man kennt und wie es sich verändert: Früher hatte jedes Dorf seinen Dorftrottel, da konnte man mit umgehen. Aber jetzt sind sie alle im Internet vernetzt. Und herausgekommen ist die AfD. Die beiden Komiker blicken aber auch über den Jägerzaun hinaus: Wie geht man in Europa mit den Flüchtlingen um? Oder wäre die Welt nicht ein Stück entspannter, folgte sie dem westfälischen Motto: „Wat kommt, wird gewickelt.” Bei allen Problemen – ob global oder banal: Am Ende werden die Zuschauer mit der frohen Botschaft des Suchtruper Regionalheiligen Sankt Bernd entlassen: „Lieber beichten als verzichten!”

„Schmacht” ist ein Mix aus Musik, Comedy, Kabarett und Theater – abwechslungsreich, prall und saukomisch. Ein Abend, der – wie die Kritiker schreiben – „dem Zuschauer Schmacht nach mehr” macht – nichts für Kostverächter.

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Die Karten kosten im Vorverkauf 21 Euro zzgl. Gebühren; an der Abendkasse sind 25 Euro, ermäßigt 19 beziehungsweise 23 Euro zu bezahlen.

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