Do., 01.12.2016

Jugendbeteiligung: Junge Steinfurter hätten sich mehr Unterstützung gewünscht „Wir geben nicht auf“

Zogen erste Bilanz: Johanna Leiß und Lukas Eichler zählen zu den Jugendlichen, die sich bei der Gestaltung der Stadt einbringen wollen – auch ohne Jugendbeirat.

Zogen erste Bilanz: Johanna Leiß und Lukas Eichler zählen zu den Jugendlichen, die sich bei der Gestaltung der Stadt einbringen wollen – auch ohne Jugendbeirat. Foto: Linda Braunschweig

Steinfurt - 

„Wir wollen mithelfen, diese Stadt zu gestalten. Wir geben nicht auf.“ Lukas Eichler fand am Mittwochabend im Ausschuss für Soziales, Jugend, Familie und Gesundheit deutliche Worte. Der Gymnasiast zählt zum Kreis der Jugendlichen, die sich seit dem Frühjahr für eine Beteiligung der Jugend in der Stadt einsetzt. Im Ausschuss stellte er gemeinsam mit Johanna Leiß die Bilanz der ersten Monate vor, nachdem die Wahl zu einem Jugendbeirat wegen zu geringer Bewerberzahl nicht stattgefunden hat.

Von Linda Braunschweig

Dafür, dass sich nicht genügend Jugendliche fanden, die sich zur Wahl stellten, übernahmen Lukas und seine Mitstreiter teilweise die Verantwortung. Man habe zwar mehr als 3500 Briefe an die Zwölf- bis 21-Jährigen in Steinfurt verschickt, „aber dieser Erstkontakt war wohl nicht intensiv genug“, vermutete Lukas. Bei manchen sei der Brief erst mit einigen Wochen Verspätung angekommen. Mehr Werbung für das Gremium wäre vielleicht besser gewesen.

Mehr Unterstützung hätten sich die Jugendlichen aus der Politik erhofft. Den im Frühjahr angekündigten Rückhalt der Parteien habe das Gremium nicht gespürt, im Gegenteil: „Wir hatten das Gefühl, vor uns werden Türen geschlossen, die wir noch gar nicht betreten haben“, sagte Lukas. Das sei besonders spürbar gewesen, als klar war, dass die Wahlen zum Jugendbeirat nicht stattfinden. „Das finden wir schade“, so Lukas. Diese Kritik wollte Norbert Hageböck (FWS) nicht so stehen lassen. Die Fraktionen hätten den Kontakt angeboten. „Ich habe keine Mail bekommen.“

Das alles bedeutet aber nicht, dass Jugendbeteiligung in der Stadt nun nicht stattfindet. Fast zwei Dutzend Jugendliche haben Ute Kriens von der Mobilen Jugendarbeit und der bisherige Jugendpfleger Klaus Priggen in den vergangenen Monaten um sich geschart. Sie alle wollen in Steinfurt etwas bewegen. Wie das funktionieren kann und vor allem, welche Bereiche die Jugendlichen in Angriff nehmen wollen, werden sie vom 10. bis 11. Dezember klären. Dann findet sich die Gruppe zu einem Workshop in Bonn ein. „Dort werden wir schauen, wie unsere Arbeit aussehen kann, welche Strukturen wir uns geben und uns auch einen Namen überlegen“, sagte Johanna Leiß.

Die Ergebnisse des Workshops will die Gruppe im Januar präsentieren. Deutlich sprachen sich Johanna und Lukas auch für den Erhalt der Stelle des Jugendpflegers aus. Klaus Priggen sei das Rückgrat des Gremiums gewesen. „Wenn das wegfällt, fällt ein wichtiger Bereich für die Stadt weg“, so Lukas.

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