Do., 01.12.2016

Schmerzensgeld und Bewährungsstrafe 26-Jähriger wollte junge Frau mit Nacktfotos erpressen

 

  Foto: Z1006 Matthias Hiekel

Burgsteinfurt - 

Ein heute 26-Jähriger wollte eine junge Frau mit Nacktfotos erpressen. Wenn sie den Sex mit ihm verweigere, werde er die Bilder im Internet veröffentlichen, drohte er. 

Von Monika Koch

Wegen Nötigung in einem besonders schweren Fall und Besitzes kinderpornografischer Dateien hat das Schöffengericht Rheine am Dienstag einen 26-jährigen Mann aus Münster, der zur Tatzeit in Burgsteinfurt gewohnt hat, zu einem Jahr Freiheitsstrafe, zur Bewährung ausgesetzt, verurteilt. Darüber hinaus muss er 5000 Euro Schmerzensgeld an das Opfer, eine 19-Jährige, zahlen.

Sie leidet auch fast zwei Jahre nach den Vorkommnissen stark darunter, dass der Mann sie erpressen wollte. Angeklagt waren ursprünglich fünf weitere Taten. Weil die Vorwürfe aber nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnten, wurde der Mann in diesen Punkten freigesprochen.

Mann wollte mit Veröffentlichungs-Drohung Sex erzwingen

Der gesamte Prozess hat sich über zwei Verhandlungstage erstreckt. Die Öffentlichkeit war bei der Anhörung der Zeugen als auch den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung ausgeschlossen. Die Privatsphären von Täter und Opfer sollten geschützt werden. Hintergründe der Tat wurden so nur hinter verschlossenen Türen erörtert.

Weil er Nacktfotos der 1997 geborenen Frau im Internet veröffentlichen wollte, wenn sie sich dem Geschlechtsverkehr mit ihm verweigere, war der Mann angeklagt worden. Anfang Februar 2015 soll er sie mit seinem Pkw abgeholt und erneut erpresst haben, sexuelle Handlungen an ihm vorzunehmen. Die inzwischen Volljährige hatte sich aber zwischenzeitlich einem Freund anvertraut, der ihr dringend geraten hatte, zu flüchten und die Polizei einzuschalten.

Bei Wohnungsdurchsuchung Kinderpornographie gefunden

Ende März 2015 wurde dann die Wohnung des Mannes in Burgsteinfurt durchsucht. Dort wurden sechs kinderpornografische Dateien von der Polizei sichergestellt.

Ein Beamter sagte, dass die Geschädigte erklärt hatte, sie habe den Mann auf einer Party kennengelernt. Später seien sie auf ihrem Zimmer gewesen, wo sie wohl eingeschlafen sei. Der Angeklagte habe dabei die ersten Fotos von ihrem entblößtem Oberkörper gemacht und sie später erpresst. Sie sollte ihm weitere Nacktfotos von ihr schicken.

„Ich bin immer wieder überrascht, dass Frauen sich auf diese Dinge einlassen, um zu erreichen, dass die Täter von ihnen ablassen“, sagte der Polizeibeamte im Zeugenstand.

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