Fr., 21.04.2017

Neues Kapitel im Gastronomie-Poker Bagno-Hotel in kleinen Stücken

Zeitungskarikaturist Heinrich Schwarze-Blanke hat seine satirische Auseinandersetzung mit dem Bagno-Hotel mit „Abgeschnürte Variante umsetzbar“ überschrieben.

Zeitungskarikaturist Heinrich Schwarze-Blanke hat seine satirische Auseinandersetzung mit dem Bagno-Hotel mit „Abgeschnürte Variante umsetzbar“ überschrieben. Foto: Heinrich Schwarze-Blanke

Steinfurt - 

Kommt das Hotel im Bagno oder nicht? In der scheinbar unendlichen Geschichte wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Aus Verärgerung über Bestrebungen der Investorengemeinschaft, den Kaufpreis für das Grundstück nochmals zu drücken, haben die Besitzer Ruud Gathier und Joachim Schulz, diesen eine Absage erteilt. Stattdessen wollen sie jetzt selbst aktiv werden - mit einer abgespeckten Variante.

Von Detlef Held

Seit über 30 Jahren leiten Ruud Gathier und seine Ehefrau das Restaurant-Café Bagno mitten im gleichnamigen Park. Seit dem Jahr 2000 gibt es von Seiten des 56-jährigen Gastronomen und seines Onkels Joachim Schulz, Hotelier aus Travemünde und Eigentümer der Immobilie, Bestrebungen, die Gaststätte zu einem Hotelbetrieb zu vergrößern. „Der Bedarf ist immer noch da, der Wunsch auch. Steinfurt wartet auf ein Hotel im Bagno“, ist Gathier überzeugt.

Formal ist die Planung für ein Haus mit 100 Betten längst abgesegnet. Und seit fast zwei Jahren bemüht sich eine Investorengruppe ( Krombacher Brauerei, Steinfurter Fürstenhaus und Projektentwickler Wilfried Brüning), dieses Vorhaben auch umzusetzen. Alle Hemmnisse schienen im Oktober 2016 aus dem Weg geräumt. Das Planungsrecht stand und es sollten nur noch letzte Feinheiten abgeklärt werden. Spätestens im Januar 2017 sollten die Unterschriften für den vorbereiteten Vertrag endlich geleistet werden.

„Doch daraus wird nichts mehr“, sagt jetzt Ruud Gathier. Grund sei, so der Gastronom, „dass die Investorengruppe den vereinbarten Kaufpreis von 1,2 Millionen Euro noch einmal drücken wollte, weil das Grundstück angeblich an Wert verloren habe. Das konnten und wollten mein Onkel und ich nicht akzeptieren. Deshalb haben wir uns nach weiteren Gespräche auch mit der Stadt entschieden, das Projekt selbst umzusetzen.“

Jochen Schulz hat für diese Umsetzung Ruud Gathier mit allen Vollmachten ausgestattet. „Er möchte sich aus der vordersten Linie zurückziehen. Ich bleibe natürlich in engem Kontakt mit meinem Onkel, und wir treffen zusammen die notwendigen Entscheidungen.“

Dazu gehöre zuallererst, die notwendigen Reparaturarbeiten an der Gaststätte, die wegen der Verhandlungen immer wieder verschoben worden waren, in Angriff zu nehmen, so Gathier. Im wesentlichen sind das die Ausbesserung des Daches, die Pflasterung der Sitzterrasse und Ausstattung mit neuen Tischen und Stühlen sowie die Hofgestaltung im hinteren Bereich. „Diese Arbeiten haben ein Kostenvolumen im sechsstelligen Bereich, das man bei Unklarheiten wie es weitergeht, nicht einfach mal so ausgibt“, so Ruud Gathier.

Mit einem heimischen Architekten sind zudem erste Gespräche geführt, wie das Hotel-Bauvorhaben auch in kleineren Schritten umgesetzt werden kann. So sollen zunächst nur 50 von den möglichen 100 Zimmern fertiggestellt werden. „Das war ursprünglich auch unser Bestreben“, sagt Gathier.

Für das Investoren-Duo Gathier/Schulz ist diese Variante eine realistische Möglichkeit, um zumindest mit einem Puzzle-Teil zu starten, möglicherweise noch in diesem Jahr. „Das erleichtert eben auch die Finanzierung“, so Gathier.

Projektentwickler Wilfried Brüning hat dennoch Hoffnung, dass die große Lösung doch noch kommt, wie er auf Anfrage erklärte. Er bestätigt, dass seit Dezember 2016 die Gespräche mit Jochen Schulz praktisch eingefroren sind. Er sei allerdings beauftragt, einen neuen Vorschlag zu erarbeiten. Das könnte kurzfristig noch zu einem Umdenken führen, hofft Brüning noch auf seine Chance. Verständlich, denn er selbst hat sich an den Planungen finanziell beteiligt.

Ruud Gathier sieht das anders, wie er sagt. Derzeit stellt er wieder mehr Hotelfachkräfte ein, da zahlreiche größere Veranstaltungen (Kommunion, Konfirmation, Hochzeiten und andere Feiern) bereits angemeldet sind. Darunter solle eben auch der alltägliche Gaststättenbetrieb nicht leiden.

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