Di., 25.07.2017

Lokale Produkte mit dem Rad gebracht „Lieferservice Steinfurt“ vor dem Start

Mit gutem Beispiel voran: Uli Ahlke auf dem Lastenfahrrad des künftigen „Lieferservice Steinfurt“. Der Geschäftsführer des Förderers, der Leader-Region Steinfurter Land, befand das Dreirad als „zunächst gewöhnungsbedürftig, dann aber gut händelbar“.

Mit gutem Beispiel voran: Uli Ahlke auf dem Lastenfahrrad des künftigen „Lieferservice Steinfurt“. Der Geschäftsführer des Förderers, der Leader-Region Steinfurter Land, befand das Dreirad als „zunächst gewöhnungsbedürftig, dann aber gut händelbar“.

Burgsteinfurt - 

Der radbasierte „Lieferservice Steinfurt“ steht vor dem Start: Konzept und Finanzierung stehen, das Anbieter-Interesse in der lokalen Kaufmannschaft von Burgsteinfurt ist da. Was für einen erfolgreichen Beginn noch fehlt, sind allerdings Fahrer. Interessierte werden von Initiator Dieter Kater dringend gesucht.

Von Ralph Schippers

Bequem, lokal, CO2-neutral – der radbasierte „Lieferservice Steinfurt“ nimmt konkrete Formen an. Initiator Dieter Kater hat für das Geschäftsmodell, von dem Kunden ebenso wie lokale Einzelhändler und nicht zuletzt auch die Umwelt profitieren sollen, am Dienstag nochmals die Werbetrommel gerührt. Die Idee, die dahintersteckt: Produkte des inhabergeführten, lokalen Einzelhandels mit dem Lastenfahrrad zum Verbraucher bringen, der vielleicht nicht mehr so mobil ist, nur wenig Zeit hat oder ansonsten umständlich mit dem Pkw kommen müsste.

Eine Idee, für die Kater mit der Steinfurt Marketing und Touristik (SMarT) sowie der Leader-Region Steinfurter Land zwei starke Partner gefunden hat. SMarT bietet über ein derzeit im Aufbau befindliches neues Online-Portal organisatorische Unterstützung an, während die Leader-Region finanziellen Anschub in Form einer 10 000-Euro-Förderung leistet. „Wir wollen mit der Einführung des Lieferservices zeigen, dass wir etwas für Steinfurt und die Stärkung des lokalen Einzelhandels tun“, betonte Kater während eines Pressegesprächs.

Als Mitstreiter auf der Anbieterseite hat der Kaffeeröster bereits die Unternehmen Café Konditorei Probst, Vinothek und Palstring Küchen gewinnen können. Mit zahlreichen weiteren Einzelhändlern ist Kater nach eigenen Angaben in guten Gesprächen.

Mit ihnen will der Initiator einen Lieferservice aufbauen, bei dem Kunden per Mail oder per Telefon bei den teilnehmenden Geschäften oder zentral über das Steinfurt-Portal ihre gewünschte Ware bestellen können. Die Auslieferung selbst erfolgt mittels eines extra für diesen Zweck vom Steinfurter Radgeschäft DNL mobiel gebautes Lastenfahrrads mit Elektro-Unterstützung. „Ob Wein, Konzertkarten oder Brotlaib – ausgeliefert werden kann in der Transportkiste des Rades bis auf leicht verderbliche Ware praktisch alles“, spricht Kater von einer großen Bandbreite der Liefermöglichkeiten. „Wir setzen mit dem Projekt ganz bewusst einen Kontrapunkt gegen den Internethandel und stärken die lokale Wertschöpfung“, so der Initiator. Und ein Zeichen für die Förderung des Radverkehrs und für Umweltbewusstsein. Dies gelte sogar für den Strom, der das Lastenrad speist: Er wird mit grünem Strom aus der Photovoltaikanlage der Firma Kater gespeist.

Uli Ahlke, Geschäftsführer der Leader-Region Steinfurter Land, stößt ins gleiche Horn: „Wir betrachten die Initiative als Anstoß für den Verbraucher, verstärkt darüber nachzudenken, wo er seine Waren einkauft.“ Das zunächst auf ein Jahr angelegte und auf Burgsteinfurt beschränkte Pilotprojekt ist darauf ausgelegt, Vorbild für weitere Nachahmer zu sein, so Ahlke.

Für Berthold Probst, Inhaber der gleichnamigen Konditorei in der Burgsteinfurter Altstadt, war es keine Frage, beim Lieferservice Steinfurt mitzumachen. Für ihn ist es auch eine Rückkehr zu den Wurzeln: „Mein Vater hat seinerzeit Backwaren noch regelmäßig mit dem Rad oder dem Handkarren ausgeliefert“, erinnert er sich. Man habe über eine solche Möglichkeit früher bereits nachgedacht. Als Dieter Kater an ihn herangetreten sei, habe er daher spontan zugesagt.

Woran es an der praktischen Umsetzung nun noch gebricht, sind Fahrer, die sich für die Auslieferung der Produkte zur Verfügung stellen. Kandidaten sollten mit dem Radfahren vertraut sein, Ortskenntnisse haben und, da sie auch Kassieren werden, fit im Abrechnen sein. Sie werden bei der Firma Kater angestellt. Zu Beginn soll der Service zwei Mal wöchentlich für drei bis vier Stunden vorgehalten werden, kann aber je nach Nachfrage und Anzahl weiterer Kooperationspartner, jederzeit weiter ausgedehnt werden. Wer sich für den Job interessiert, angesprochen sind als Zielgruppe unter anderem auch Studenten, erhält weitere Infos bei der Kaffeerösterei Kater (Telefon 0 25 51/8 62 60 20).

Leserkommentare

Google-Anzeigen

immomarkt.ms Anzeigen

Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5033865?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F