Auch in Steinfurt weniger Organspender
Organspendeausweis ist immer noch eine Rarität

Steinfurt -

Während der Karnevalstage hat sich wohl so mancher morgens einen neuen Kopf oder eine neue Leber gewünscht. Aber es gibt auch Menschen, die ein neues Organ brauchen, um überhaupt überleben zu können: Rund 10.000 sind es alleine in Deutschland, die derzeit auf den Wartelisten von Eurotransplant stehen. Ihnen stehen nur gut 800 Spender entgegen, denen pro Jahr Organe entnommen werden, Tendenz rückläufig.

Mittwoch, 14.02.2018, 15:02 Uhr

Nur zweimal wurden in den vergangenen fünf Jahren im Marienhospital Organe entnommen.
Nur zweimal wurden in den vergangenen fünf Jahren im Marienhospital Organe entnommen. Foto: Uniklnik Münster

Auch das UKM Marienhospital ist eines der Krankenhäuser, in denen Organe entnommen werden können. Hier ist Chefarzt Dr. Ulrich Ruta als Transplantationsbeauftragter dafür zuständig, nach dem Tod eines als Spender geeigneten Patienten eine Organentnahme in die Wege zu leiten. Allerdings muss auch er feststellen: „Der ausgefüllte Organspendeausweis ist immer noch eine Rarität.“

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Streng geregelte Voraussetzungen

„Die Voraussetzungen für die Entnahme von Organen sind streng geregelt“, sagt Krankenhaus-Pressesprecher Stephan Schonhoven . Zunächst müsse der Hirntod von einem neutralen Arzt festgestellt werden. Dann nimmt Dr. Ruta Kontakt mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) auf, die einen eigenen Arzt entsendet, der die Feststellung des Hirntods noch einmal überprüft.

Für die Entnahme kommt ein von der DSO beauftragtes Operationsteam nach Steinfurt, anschließend werden die Organe auf dem schnellsten Weg in das Krankenhaus gebracht, in dem sie benötigt werden.

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Seit 2013 nur zwei Mal Organe entnommen

Das kommt allerdings sehr selten vor: Seit 2013 wurden im Marienhospital nur zweimal Organe entnommen, einmal im Jahr 2014, ein weiteres Mal im vergangenen Dezember. Ein Grund dafür ist, dass bei Menschen, die keinen Organspendeausweis bei sich tragen, deren Angehörige der Diagnostik und der Organentnahme zustimmen müssen.

Und die sind auf diese Entscheidung in der Regel nicht vorbereitet. „Der Verlust des Angehörigen ist schmerzlich“, weiß Schonhoven. „Und in dieser Situation ist die Entscheidung für die Explantation eine zusätzliche Belastung.“

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