Ausschuss berät über das WM-Public-Viewing
Der Ball liegt jetzt im anderen Feld

Steinfurt -

Die Partie ums WM-Public-Viewing in Steinfurt geht in die Verlängerung.

Dienstag, 24.04.2018, 20:04 Uhr

 Auf dem Neuen Markt wird es wohl ebenso wie auf dem Roten Platz kein Public Viewing bei der Fußball-WM geben. Die Stadt bietet aber den Platz hinterm Rathaus sowie den Heimannplatz als Alternativstandorte an.
 Auf dem Neuen Markt wird es wohl ebenso wie auf dem Roten Platz kein Public Viewing bei der Fußball-WM geben. Die Stadt bietet aber den Platz hinterm Rathaus sowie den Heimannplatz als Alternativstandorte an. Foto: Axel Roll

Eigentlich war die CDU angetreten, das WM-Public Viewing gemäß den Wünschen des Veranstalters Christian Iking auf dem Neuen Markt durchzudrücken. Nach dem Meinungsaustausch mit der Verwaltung und den Vertretern der anderen politischen Kräfte der Stadt hat sie diesen Antrag am Dienstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung erst einmal ruhend gestellt.

Schnell wurde nämlich deutlich, dass der Ball nicht nur im Feld der Stadt liegt: „Wir haben sofort drei Alternativstandorte genannt, aber Herr Iker hat alle abgelehnt“, bedauerte Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer die Fixierung des Public-Viewing-Organisators auf den Neuen Markt. Alternativen seien die Grünfläche hinterm Rathaus, auf der im Karneval und bei Schützenfesten das Zelt der Patrioten steht, der Heimannplatz hinterm Alten Rathaus sowie der Platz Auf dem Schilde, auf dem allerdings nur eine Open-Air-Veranstaltung möglich wäre.

„Ich kann nicht verstehen, dass andere Plätze weniger attraktiv für Besucher sind – die gehen doch gezielt da hin“, stellte Johannes Schencking als Leiter des zuständigen Fachdienstes Sicherheit und Ordnung klar. Ikers Argument gegen Rathauswiese und Heimannplatz sei gewesen, dass die Besucher den Weg zum Public Viewing nicht mehr finden würden.

Mit dem Neuen Markt sieht die Verwaltung jedenfalls keine Option. In Gesprächen mit den anliegenden Geschäftsleuten und Ärzten sei herausgekommen, dass diese einen Kunden- und Patientenrückgang um bis zu 20 Prozent befürchten. „Wir haben Stimmen neingeholt“, erklärte die Erste Beigeordnete Maria Lindemann. Das Ergebnis sei gewesen: „Über eine Woche oder zehn Tage kann man das ziehen – aber nicht über fünf Wochen.“ Genaus so lange würden nämlich 30 Plätze des stark frequentierten Parkplatzes durch das Zelt wegfallen – plus etwa sieben Plätzen an den Spieltagen für Toiletten und Zäune.

Außerdem müsse man die Frage nach der Sicherheit stellen, führte Schencking ein weiteres Argument an. Auch da seien Heimann- und Rathausplatz deutlich leichter zu beherrschen als der neue Markt. „Ich möchte feststellen, dass die Stadt Steinfurt das Public Viewing nicht abgesagt hat“, betonte die Bürgermeisterin. „Nur an dieser Stelle geht es nicht.“

„Wir haben Probleme damit, dass der Veranstalter der Stadt Steinfurt die Pistole auf die Brust setzt und sagt: Nur da oder gar nicht“, sagte Michael Hardebusch für die SPD. Die Besucher eines Public Viewings kämen ja aus ganz Steinfurt, deshalb sei der Standort nicht derart relevant. „Die müssen sich eh bewegen.“ Nachdem auch die anderen Parteien andeuteten, dass sie der Argumentation gegen den Neuen Markt folgen können, erklärte sich die CDU damit einverstanden, ihren Antrag ruhen zu lassen und stattdessen die Verwaltung zu beauftragen, Christian Iker den Heimannplatz „schmackhaft zu machen“. Dieser Antrag wurde von allen Ausschussmitgliedern einstimmig angenommen. Klassischer Konter, könnte man wohl sagen. Denn jetzt liegt der Ball wieder in Ikers Feld.

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