BEGST schüttet 4,4 Prozent Dividende für 2017 an ihre Mitglieder aus

Steinfurt -

Die 2014 gegründete Bürgerenergiegenossenschaft Steinfurt (BEGST) wird an ihre Mitglieder erneut eine höhere als in der Gründungsplanung vorsichtig kalkulierte Dividende auszahlen. Das hat die Generalversammlung beschlossen. Statt der ursprünglich prognostizierten 3,75 werden es für das Jahr 2017 4,4 Prozent (das entspricht 22 Euro pro Anteil) sein, die zum 1. Juli ausgeschüttet werden. Der restliche Überschuss fließt in die Rücklagen. Einem entsprechenden Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand der BEGST sind die Mitglieder am Montagabend in ihrer Sitzung in der Mensa des Borghorster Gymnasiums gefolgt.

Mittwoch, 16.05.2018, 17:05 Uhr

Am Tisch von Aufsichtsrat und Vorstand erläuterten (v.r.) Sebastian Hahn, Peter Wicher, Hermann Lindhof, Christian Roters und Stefan Gasch den Mitgliedern die Bilanzen der BEGST. Thomas Voß (kl. Bild) von der Energiehandwerker-Genossenschaft gab abschließend Einblicke, wie der Strommarkt in Deutschland funktioniert.
Am Tisch von Aufsichtsrat und Vorstand erläuterten (v.r.) Sebastian Hahn, Peter Wicher, Hermann Lindhof, Christian Roters und Stefan Gasch den Mitgliedern die Bilanzen der BEGST. Thomas Voß (kl. Bild) von der Energiehandwerker-Genossenschaft gab abschließend Einblicke, wie der Strommarkt in Deutschland funktioniert. Foto: Drunkenmölle

Aktuell gehören der BEGST 1004 Mitglieder an, legte Hermann Lindhof in seinem Vorstandsbericht dar, dass die Genossenschaft aufgrund ihrer Beteiligung am Windpark Hollich-Sellen gewachsen ist. Für 200 000 Euro hat sich die BEGST dort Anteile gesichert. 101 000 Euro sind aus eigenen Mitteln aufgebracht worden, 99 000 Euro wurden durch die Einwerbung von 58 neuen Mitgliedern mit maximal zwei Anteilen finanziert. Eine erste Kapital-Rückzahlung über 40 000 Euro sei bereits in 2017 erfolgt. Die Anleger dürfen laut der Windpark-Prognosen in den ersten Jahren mit zehn Prozent Ausschüttung rechnen.

Sowohl Lindhof als auch Aufsichtsratsvorsitzender Peter Wicher machten in diesem Zusammenhang aber auch deutlich, dass es der BEGST mit ihrer 15-prozentigen Beteiligung an den Stadtwerken nicht zuallererst um Gewinnmaximierung, sondern vielmehr noch darum gehe, die Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien in Steinfurter Händen zu halten, regionale Wertschöpfung zu schaffen und die Versorgungsinfrastruktur zu verbessern.

Stadtwerke-Geschäftsführer Rolf Echelmeyer erinnerte in diesem Zusammenhang auch daran, dass der örtliche Energieversorger beim Vollzug der Energiewende auf vielen Ebenen tätig sei. Wasserversorgung und Breitbandausbau seien da weitere große Zukunftsthemen.

Lindhof und Hahn führten aus, dass das Jahresergebnis der Stadtwerke für 2017 noch nicht feststehe. Es soll von den zuständigen Gremien Anfang Juni beschlossen werden. Die BEGST-Führung geht davon aus, dass es zu einer vergleichbaren Ausschüttung wie im vergangenen Jahr kommen wird. Die Zahlung wird in das Jahresergebnis 2018 eingehen und wäre erneut mehr, als mit der Gründungsplanung erwartet worden sei. In 2019 werde mit einer niedrigeren Ausschüttung der Stadtwerke gerechnet. Grund sind Investitionen, die sich mit der Übernahme des Stromnetzes ankündigen.

Offen ist, ob sich möglicherweise Chancen für die BEGST ergeben, weitere Anteile an den Steinfurter Stadtwerken zu gewinnen, wenn es zum beabsichtigten Verkauf der RWE-Tochter Innogy an die EON kommt. Derzeit ist Innogy mit 33 Prozent, die Stadt mit 52 und die BEGST mit neun Prozent an den Stadtwerken beteiligt. „Wir wissen bisher nicht, wie die Übertragung genau abläuft“, erklärte Lindhof und fügte an: „Wir sind in der Sache am Ball. Wenn es die Möglichkeit gibt, sollten wir zugreifen.“

Zum Abschluss lieferte Thomas Voß von der in Steinfurt neu gegründeten Unternehmer-Genossenschaft der Energiehandwerker Einblicke in eine schwer zu durchschauende Materie: Voß erläuterte, wie der Strommarkt in Deutschland funktioniert, warum regionale Energieversorgung immer wichtiger werden kann und wie vorteilhaft es dabei ist, dass die Bürger das Heft dabei selber in der Hand halten, ganz so, wie die BEGST es praktiziert.

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