Hollicher Windmühle
Heiraten auf dem Mehlboden

Burgsteinfurt -

„Und zieh!“ Stück für Stück hieven die drei Herren des Förderkreises Hollicher Windmühle die schwere Holzkiste vom so genannten Mehlboden in den zweiten Stock des historischen Gebäudes. Sie sind zwar alle schon etwas reicher an Lebensjahren, die Burgsteinfurter Windmüller. Aber anpacken, das können sie: Binnen kürzester Zeit ist die Truhe, in der früher die Aussteuer der Bauerschaftsbräute verstaut wurde, an Ort und Stelle.

Donnerstag, 24.05.2018, 16:50 Uhr

Hauruck! Selbst der Transport der schweren Aussteuerkiste stellte kein wirkliches Problem für die Förderkreis-Aktiven dar.
Hauruck! Selbst der Transport der schweren Aussteuerkiste stellte kein wirkliches Problem für die Förderkreis-Aktiven dar. Foto: rs

Direkt nach Pfingsten haben sie damit begonnen, die alte Windmühle für die neue Besuchersaison auf Vordermann zu bringen. Die startet am morgigen Samstag mit einer besonderen Aktion: einer Generalprobe. „Die Mühle hat über den Winter einen neuen Flügelkranz bekommen, zuletzt ist vor wenigen Tagen das Stertwerk erneuert worden“, sagt Hans Knöpker. Eine Fachfirma aus dem niederländischen Winterswijk hat die Arbeiten erledigt. Das Ergebnis soll am Samstag ab 14.30 Uhr „unter Wind“, also in der Praxis, getestet werden.

Die Mühle wird bis 17 Uhr und danach jeweils an jedem letzten Samstag im Monat bis in den Oktober hinein in der Zeit zwischen 14 und 17 Uhr sowie nach Vereinbarung zur Besichtigung zugänglich sein. Förderkreis-Mitglieder geben dann Einblicke in die Technik einschließlich des Mahlwerks, aber auch zum Mühlenwesen allgemein. Die Sonderführungen seien vor allem bei Grundschulen und Kindergärten beliebt, berichtet Knöpker.

Der Hollicher „Obermüller“ hat noch eine besondere Nachricht in Bezug auf das Burgsteinfurter Wahrzeichen parat: Ab sofort ist es möglich, in der Mühle standesamtlich zu heiraten. Das Erdgeschoss dient dabei als Empfangsraum, im Stockwerk darüber findet die Trau-Zeremonie statt. „Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer und der Standesbeamte im Rathaus haben sich bei einem Besichtigungstermin schnell für diese neue Offerte entschieden“, sagt Knöpker. Die ersten Termine seien bereits vergeben. Zudem feiert der Förderkreis in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Es soll am Wochenende 22/23. September mit einem „Mühlenfest in kleinerem Rahmen“ begangen werden.

Am Donnerstag jedoch standen zunächst die Vorbereitungsarbeiten für die kommende Sommersaison im Vordergrund. Unter anderem mussten das Räderwerk sowie die Hauptlager neu gefettet und Ausstellungsvitrinen bestückt werden. Einige Mühe bereitete auch das Säubern des Mühleninneren von Staub und Sägemehl, das von den Renovierungsarbeiten zurückgeblieben ist. Mit vereinten Kräften und viel Routine bewältigten die Windmüller alle Herausforderungen und schafften so die Voraussetzungen für die Öffnung am Samstag.

Knöpker kündigte abschließend an, dass weitere Renovierungsarbeiten an der aus dem Jahr 1858 stammenden Kappenwindmühle anstehen. „Das komplette Dach muss nach 30 Jahren mit neuen Schindeln eingedeckt werden.“ Um diese Aufgabe zu stemmen, ist der Förderkreis zurzeit auf der Suche nach Sponsoren.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5764196?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F
Schlaft euch aus!
Sollte nicht zu kurz kommen: Im Schlaf regeneriert sich der Körper.
Nachrichten-Ticker