Sammlung von Prof. Dr. Uvo Hölscher soll Grundstein für ein Museum sein
Meilensteine der Medizingeschichte

Burgsteinfurt -

Es war ein wortwörtlicher Kraftakt und sein Gelingen unter Zeitdruck ein starkes Beispiel dafür, was in Steinfurt möglich ist, wenn viele mit anpacken: Am Mittwoch feierte der Heimatverein Burgsteinfurt die Einweihung der Depots des Medizintechnikmuseums Steinfurt und den Schenkungsvertrag zwischen Fachhochschule Münster und dem Heimatverein.

Mittwoch, 13.06.2018, 16:24 Uhr

Das ist ein frühes Gerät zur Plasma-Behandlung. Die Glassonden werden in verschiedene Körperöffnungen eingeführt
Das ist ein frühes Gerät zur Plasma-Behandlung. Die Glassonden werden in verschiedene Körperöffnungen eingeführt Foto: Claudia Mertins

Medizintechnikmuseum Steinfurt? Das ist das große Ziel der drei Kooperationspartner Heimatverein, FH Münster und Stadt Steinfurt und ein Herzenswunsch des Sammlers Prof. Dr. Uvo Hölscher, der die aufschlussreiche Sammlung von medizinhistorischen Geräten und Medizinalprodukten in zwanzig Jahren zusammengetragen hat. Bisher lagerten die Geräte in Räumen der Fachhochschule in Münster und wurden nun mit einem Transporter der Firma Palstring, Hans Knöpkers Pferdeanhänger und ganz vielen helfenden Händen nach Stemmert geholt.

Für die großen Geräte, wie zum Beispiel einen OP-Tisch oder Narkosegeräte, hat der Erbprinz zu Steinfurt und Bentheim ein ebenerdiges Lager im Katthagen zur Verfügung gestellt. Die kleineren Sammlungsstücke befinden sich sortiert und katalogisiert auf 39 Regalmetern in einem Kellerraum des Gymnasium Arnoldinum. „Mit dem Umzug ist ein wichtiger, erster Meilenstein erreicht“, freute sich Uvo Hölscher, der bis 2017 Medizintechnik am Standort Steinfurt der FH Münster lehrte. Er erzählt, dass er die historischen Geräte in seine Vorlesungen einbezogen hat, um den Studierenden die rasante Entwicklung zu veranschaulichen. So gibt es im Fundus fünf Generationen von EKG-Geräten, die natürlich auch ein Zeugnis des jeweiligen Stands der Ingenieurstechnik sind. Sehr dankbar ist Prof. Hölscher für die Unterstützung durch die Heimatvereins-Vorsitzende Dr. Barbara Herrmann, die das Potenzial der Sammlung für den Verein und die Stadt schnell erkannte. Schließlich gab es schon einmal ein Kunst- und Naturalienkabinett an der Burgstraße – und dem Bildungsstandort Steinfurt stünde ein medizinhistorisches Museum gut zu Gesicht.

Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer bewertet die Sammlung „als ein Pfund, mit dem wir wuchern können“ und knüpfte die Verbindung zum Uniklinik-Standort Borghorst und zur wissenschaftlichen Tradition der Hohen Schule. Nicht zuletzt schlug Prof. Dr. Richard Korff als Vertreter der FH den Bogen von der Historie zur Zukunft, indem er darauf hinwies, dass im Steinfurter Studiengang Medizintechnik täglich Spitzenforschung stattfinde. Was so gut zu Steinfurt passt, wird sicher bald einen angemessenen Präsentationsort finden.

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