Üble Gerüche im Baugebiet Spinnerei Rolinck sind Thema im Bauausschuss
... dann mieft es auch noch morgen

Steinfurt -

Hans Schröder begann die Sitzung des Bauausschusses am Mittwochabend märchenhaft: „Es war einmal“ überschrieb der Technische Beigeordnete seine halbstündige Erzählung über die Brauerei Rolinck, die Aa und das Baugebiet Spinnerei Rolinck.

Donnerstag, 12.07.2018, 14:18 Uhr

Die Aa wurde von Hans Schröder als ein möglicher Verursacher der üblen Gerüche im Baugebiet Spinnerei Rolinck ins Spiel gebracht. Der Übeltäter dürfte aber wohl am anderen Ufer liegen.
Die Aa wurde von Hans Schröder als ein möglicher Verursacher der üblen Gerüche im Baugebiet Spinnerei Rolinck ins Spiel gebracht. Der Übeltäter dürfte aber wohl am anderen Ufer liegen. Foto: Ralph Schippers

Um das Ende gleich vorweg zu nehmen: Falls nicht aus dem Nichts ein Ritter auf einem weißen Pferd auftaucht, mieft es dort auch noch morgen ...

Hauptdarsteller des Märchens, das für die Anwohner des Baugebiets eine Art Unendliche Geschichte ist, sind die Aa, ein Regenrückhaltebecken und ein Misch- und Ausgleichsbehälter auf dem Gelände der Brauerei. Leider weiß bis heute zumindest in der Stadtverwaltung niemand, wer von den Dreien der böse Geist ist, der von Zeit zu Zeit ebenso aufdringliche wie unangenehme Duftwolken verströmt.

In seiner umfassenden Erzählung führte Schröder seine Zuhörer bis ins Nachbarreich Niederlande, wo er einst in Enschede gegen Wassermassen von Niederschlägen kämpfen musste. Denn die könnten auch in Burgsteinfurt an einem Teil der üblen Duftwolken Schuld sein: Bei heftigen Regenfällen kann es vorkommen, dass auch Wasser aus der Kanalisation im Regenrückhaltebecken am Rand des Baugebiets der ehemaligen Spinnerei landet. Inklusive aller Dinge, die in der Klospülung normalerweise zum Glück auf Nimmerwiedersehen verschwinden.

Noch verdächtiger als das Becken ist jedoch der Misch- und Ausgleichsbehälter der Brauerei, der vor einigen Jahren mit einer Abdeckhaube ausgerüstet worden ist, um die Gerüche einzufangen. „Da ist noch nachzulegen“, wies der Technische Beigeordnete auf Verträge zwischen Investor, Brauerei und Stadt hin, die vor der Entwicklung des Baugebiets abgeschlossen wurden. Wie genau, ließ er allerdings offen. „Wir werden noch einmal neutrale Gutachter für die fachliche Einschätzung des Geruchs einschalten“, war der einzige Trost für die Anwohner, die die Ausschusssitzung auf den Zuschauerstühlen verfolgten.

Einen kleinen Hinweis darauf, dass der Mischbehälter tatsächlich der Unhold sein könnte, der die Nachbarn zum Nase rümpfen bringt, gab Tiefbau-Fachdienstleiter Wolfgang Spille auf die Frage von CDU-Mann Rudolf Diekmann, ob die zeitweise Umleitung der Brauerei-Abwässer in die städtische Kläranlage eine Änderung gebracht hätte: „Die Umleitungen stimmen mit dem Auftreten des Geruchs überein.“

Abwasser-Experte Prof. Dr. Hartmut Hepcke (FWS) meinte, das Argument, man wisse nicht genau, woher der Geruch komme, sei nur vorgeschoben. Und laut Aussage eines Mitglieds der Rolinck-Führungsmannschaft gebe es einen Gestattungsvertrag zwischen Brauerei und Stadt: „Die kann Veränderungen am Misch- und Ausgleichsbehälter Veränderungen vornehmen – aber auf eigene Kosten.“

Und wenn kein Ritter auf einem weißen Pferd ...

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