Sommerserie „Vereinsmeier“: Hans Knöpker
Wenn‘s drauf ankommt, ist er da

Burgsteinfurt -

Sein Name fiel beim Brainstorming der Redaktion, welche Kandidaten denn für eine Vorstellung in der Sommerserie „Vereinsmeier“ infrage kommen könnten, als einer der ersten: Hans Knöpker. Der 69-jährige Hollicher bringt all die Eigenschaften mit, die man benötigt, um im ehrenamtlich geprägten Gemeinwesen etwas auf die Beine zu stellen.

Freitag, 20.07.2018, 21:00 Uhr

Hans Knöpker, wie ihn die Steinfurter kennen: Nicht nur hoch auf dem Kutschbock hält er die Zügel gern fest in der Hand.
Hans Knöpker, wie ihn die Steinfurter kennen: Nicht nur hoch auf dem Kutschbock hält er die Zügel gern fest in der Hand. Foto: hgr

Sein Name fiel beim Brainstorming der Redaktion, welche Kandidaten denn für eine Vorstellung in der Sommerserie „Vereinsmeier“ infrage kommen könnten, als einer der ersten: Hans Knöpker.

Der 69-jährige Hollicher bringt all die Eigenschaften mit, die man benötigt, um im ehrenamtlich geprägten Gemeinwesen etwas auf die Beine zu stellen. Er ist meinungsfreudig, kann aber auch zuhören, er ist kompromissbereit, kämpft aber auch in der Sache, wenn es seine Überzeugung ist. Seine Verlässlichkeit und sein von viel Empathie und Optimismus geprägter Charakter tun ihr Übriges. Und zupacken, das wissen die Burgsteinfurter, kann der zweifache Familienvater und ehemalige Postbeamte, auch. Wenn es sein muss, auch schnell und „unbürokratisch“.

„Wenn es erforderlich ist, muss man auch handeln können und nicht nur über Dinge reden“, beschreibt Knöpker seine Lebensphilosophie. Klar, dass diese ihm auch schon mal Ärger eingehandelt hat, aber unter dem Strich sei er damit gut gefahren, sagt er.

Beispiele für Knöpkersches Handeln nach dieser Devise gibt es einige. Da wäre zum Beispiel das Freilegen der Stadtmauer im Bereich des Hout‘schen Gartens. Bevor die Neubauten errichtet wurden, haben wir die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen, und die total zugewucherte Mauer freigelegt und die Fugen ausgebessert, erinnert sich Knöpker. Der städtische Denkmalschutz sei ob dieses Vorgehens „not amused“ gewesen. Knöpker und seine Mitstreiter riskierten es trotzdem, schnelles Handeln war angesagt, rechtfertigt er sich.

Oder das Anlegen eines Lehrpfades im Bagno. Knöpker bot den damaligen Wirtschaftsschulen seine Mithilfe an. Der Revierförster der Domänenkammer wurde in Kenntnis gesetzt, dann war Handeln angesagt. Typisch Knöpker.

Seine direkte, zupackende Art hat offenbar auch seine „Vereinskarriere“ beflügelt: Der 69-Jährige bekleidete oder bekleidet noch immer Vorstandsposten unter anderem beim Heimatverein Burgsteinfurt, Förderkreis Hollicher Mühle, Aufsichtsrat MLH Bürgerimmobilien-Genossenschaft, Niederdeutsche Bühne, Denkmalpflegewerkhof und Schützengesellschaft Hollich. „Ich bin da einfach oftmals hineingewachsen“, sagt der Pferdeliebhaber, der nicht nur in der Freizeit, sondern auch bei offiziellen Anlässen wie dem Erntedankmarkt mit der Kutsche beziehungsweise dem Erntewagen vorfährt. Erste Erfahrungen in der Vereinsarbeit sammelte das zweitjüngste von zehn Kindern einer Hollicher Bauernfamilie in der Landjugend. Schon mit 16 war er im KLJB-Vorstand. Obwohl er mit 24 Jahren in die Stadt zog, den Bezug zur Bauerschaft hat Knöpker nicht nur nicht verloren, sondern intensiv gepflegt.

Der Aufbau der Windmühle, heute ein Wahrzeichen Steinfurts, war ihm ebenso eine Herzensangelegenheit wie die Fortführung der Traditionen im Hollicher Schützenverein. Das 500-jährige Jubiläum 1990 organisierte er als Vorsitzender mit, es war nach eigenem Bekunden einer der Höhepunkte seiner Vereinstätigkeit.

Ehrenamtliche Verantwortung im Verein zu übernehmen lohne sich, rät Knöpker jungen Menschen, die sich mit dem Gedanken tragen, sich für das Gemeinwohl zu engagieren, dies auch zu tun. Man erfahre viel Anerkennung und Wertschätzung. Wichtig sei, die Aufgaben auf viele Schultern zu verteilen. „Alleine schafft das keiner“, weiß Knöpker aus Erfahrung. Und: Der Lebenspartner muss es mittragen, betont er.

In der zunehmenden Digitalisierung sieht der 69-Jährige keine Gefahr für das Vereinswesen, mehr noch: „Sie ist eine Chance, vereinfacht sie doch vieles“, so der Burgsteinfurter mit Blick auf moderne Kommunikationsmöglichkeiten, die sich dadurch bieten.

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