Steinfurt

Do., 26.08.2010

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14 Tage New York in Veltrup

Draußen regnete es in Strömen. Unterm Zeltdach herrschte dennoch gestern Mittag beste Stimmung, wo sich das Sommerlager der Evangelischen Freikirchlichen Gemeinde in einem Gottesdienst von Burgsteinfurt verabschiedete.Fotos: (Drunkenmölle)
Von Dirk Drunkenmölle

Burgsteinfurt - Camping auf dem Hof Köninck? Wie das funktionieren kann, das hat das Sommerlager der Evangelischen Freikirchlichen Gemeinde Münster in den vergangenen zwei Wochen gezeigt. Zwei Gruppen mit insgesamt rund 150 Kindern, Jugendlichen und Betreuern im Alter von 13 bis 16 beziehungsweise neun bis zwölf Jahren hatten ihre Zelte in der Bauerschaft Veltrup aufgeschlagen, um einen Teil der Ferien in christlicher Gemeinschaft zu verleben. Mit einem bunten Gottesdienst ist gestern Mittag der Abschluss gefeiert worden. Dass es dabei wie aus Kübeln goss, störte die Teilnehmer wenig. Die Stimmung war genauso ausgelassen und positiv wie das Fazit, das Lagerleiter Georg Jansen und sein ehrenamtliches Team beim Abbruch der Zelte zog. „Wir haben die Atmosphäre genossen“, verwies Jansen auf das weitläufige Umfeld, das den Teilnehmern großzügigen Raum gegeben habe, ungestört die Natur und Umwelt zu genießen. In Absprache mit dem Anglerverein konnten sie sogar den angrenzenden See als Schwimmteich nutzen.

„New York - New Life“ waren die 14 Tage überschrieben, die sich inhaltlich mit der Geschichte europäischer Auswanderer nach Amerika beschäftigte. Nach ihrer „Anlandung“ waren die Kinder und Jugendlichen zunächst zwei Tage mit Rucksäcken vom Waldsee in Metelen zum Bauernhof Köninck gewandert, wo sich wie auf Ellis Island (das lange Jahre Sitz der Einwanderungsbehörde für den Staat und die Stadt in New York war) die Immigranten unter der Freiheitsstatue (eigens von Eltern und Kindern angefertigt) sammelten und in italienische, französische und schottisches Lager aufgeteilt wurden. Die Geschichte wurde jeden Tag weiterentwickelt, die Siedlungen auf- und ausgebaut und das Zusammenleben der Völker verschiedener Nationen immer besser organisiert - bis Mr. King und die Mafia auftauchen. Es kommt zu Schergenüberfällen, Raufereien und Demonstrationen, die die Lager spalten lässt. Erst ein irischer Prediger kann die Spaltung verhindern und einen neuen Geist beschwören. „Natürlich“, erklärt Georg Jansen, „hatte das Thema auch einen geistlichen Hintergrund.“ Täglich wurden Impulse gegeben, sich mit den Wurzeln des christlichen Selbstverständnisses auseinanderzusetzen, es wurden Andachten gehalten und - wie es sich für ein Ferienlager gehört - viele Lieder gesungen, wie Einwanderer einen Neuanfang im Leben zu wagen.

Etwas von alledem verspricht sich auch Dirk Köninck („Für ein Lager dieser Größenordnung hat das toll geklappt.“), der im nächsten Jahr anfangen möchte, sein Campingplatz-Projekt umzusetzen. Von seinen jungen Gästen hat er für seine Gastfreundschaft die besten Noten erhalten. „Wir würden gerne wiederkommen“, erklärte Jansen vor der Abfahrt aus Burgsteinfurt, wo sich die „Einwanderer“ gut aufgenommen fühlten. Köninck hofft, dass zukünftig auch Camper so empfangen werden.


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