Steinfurt

Mo., 15.03.2010

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Bleibt Rafah, bis sie gesund ist?

Die achtjährige Rafah vor ihrem Flug nach Deutschland. In Syrien hätte die Kleine keine Überlebenschance gehabt.
Von Axel Roll

Borghorst - Ob die achtjährige Rafah Reslan nach ihrer schweren Nierenoperation in Mainz (die WN berichteten) eine Leberentzündung in Borghorst und Hamm ausheilen kann, ist weiter unklar. Zusammen mit Mutter Fayzah hat Betreuerin Stefanie Lorenz im Steinfurter Rathaus einen Antrag auf Aufenthalt aus humanitären Gründen gestellt. „Das kann bis zu einem halben Jahr dauern, bis darüber entschieden wird“, macht sich die ehemalige Borghorsterin, die mittlerweile in Berlin lebt, keine Illusionen über eine schnelle Entscheidung.

Bis die Hepatitis C ausgeheilt ist, kann schnell ein Jahr ins Land gehen. Zumal mit der eigentlichen Behandlung im Hammer St.-Marien-Hospital noch gar nicht begonnen werden konnte. Das kleine Mädchen aus Syrien leidet nämlich auch noch an Blutarmut. Die Ursache dafür ist noch nicht bekannt. Eine Gluten-Unverträglichkeit erschwert die Heilung außerdem.

Rafah war Anfang des Jahres durch die Hilfe von Stefanie Lorenz nach Deutschland gekommen, um durch eine in Mainz kostenlos durchgeführte Nierenoperation dem sicheren Tod zu entgehen. Fünf Geschwister von ihr sind bereits gestorben.

Eine Behandlung in Syrien ist kaum möglich. Das hat Stefanie Lorenz mittlerweile sogar schriftlich. Der Bundesverband Deutsch-syrischer Kulturvereine hat ihr bestätigt, dass „die staatlichen Krankenhäuser auf derartige Fälle nicht vorbereitet“ sind. Eine Behandlung sei allenfalls in Privatkliniken notwendig. „Die sind aber sehr teuer.“ Weiteres Erschwernis sei die Krankenversicherung. Weil es für Privatpersonen keinen Versicherungsschutz gebe, sei eine längerfristige Behandlung mit Medikamenten in Rafahs Heimatland nicht möglich. In Deutschland hat sich ein Pharmakonzern mittlerweile bereit erklärt, die Medikamente zu spenden. Ein Borghorster Kinderarzt behandelt die Achtjährige kostenlos.

Inzwischen hat Rafah nicht nur einen eigenen Schulranzen. Sie geht auch tatsächlich zur Schule. Seit vergangenen Montag ist das Mädchen an der Marienschule. Es wohnt nach wie vor mit seiner Mutter bei Onkel Mohamed in Ostendorf.

Die ungewisse Zukunft von Rafah lässt Stefanie Lorenz im fernen Berlin kaum zur Ruhe kommen. „Ich mache nichts anderes mehr als telefonieren.“ Eine Sorge hat die ehemalige Borghorsterin weniger: Bislang deutet alles darauf hin, dass Rafah die Nierenoperation gut überstanden hat.


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