Steinfurt
Fr., 26.02.2010
Krank zurück in die Heimat?
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Borghorst - Die Welle der Hilfsbereitschaft ist für die kleine Rafah ein zweites Mal ins Rollen gekommen. Nachdem das achtjährige Mädchen aus Damaskus im Januar eine schwere Nierenoperation überstehen musste (die WN berichteten), ist es jetzt eine Leberentzündung, die dringend ausheilen muss. Rafah lebt mit ihrer Mutter Feisa Reslan bei ihrem Onkel Mohamed in Borghorst. Und ist weiterhin auf Spenden angewiesen. Dank der unermüdlichen Unterstützung von Stefanie Lorenz, die als ehemalige Borghorsterin mittlerweile von Berlin aus die Fäden der Hilfsbereitschaft spinnt. ist die kostenlose Behandlung der Hepatitis C durch eine Fachklinik im nahen Hamm mittlerweile gesichert. Auch die teuren Medikamente bekommt Rafah direkt vom Hersteller. Was aber Stefanie Lorenz immer noch nicht ruhig schlafen lässt: „Durch die Ausländergesetzgebung ist zu befürchten, dass Rafah vor Abschluss der Behandlung zurück nach Syrien muss.“
Die medizinische Versorgung ist in Syrien äußerst lückenhaft. Fünf Geschwister der Kleinen sind in den vergangenen Jahren an schweren Krankheiten gestorben.
Von der Hilfsbereitschaft der Borghorster ist Stefanie Lorenz begeistert. So werden Mutter wie Tochter kostenlos von örtlichen Ärzten behandelt. Über den Kindergarten St. Josef ist eine Spendenaktion angelaufen, um auch die Familie des Onkels zu entlasten. Die Stadtwerke wollen Eintrittskarten für das Kombibad spenden, damit Rafah auch einmal etwas anderes zu sehen bekommt als Krankenhäuser.
Das Mädchen wird in den nächsten Wochen auch eine Borghorster Grundschule besuchen. Nach den Worten von Stefanie Lorenz ist es noch nicht klar, ob es die Regenbogen- oder die Marienschule sein wird.
Behandelt wird Rafah im St.-Marien-Hospital in Hamm. Die Verantwortlichen dort hatten sich auf Anfrage von Stefanie Lorenz spontan bereit erklärt, die Therapie kostenlos durchzuführen. Durch Vermittlung der Deutschen Leberstiftung steuern Pharmafirmen die notwendigen Medikamente bei, von Lebensmittelherstellern wird glutenfreie Nahrung zur Verfügung gestellt, auf die die Achtjährige dringend angewiesen ist.
Neben der ungeklärten Frage der Aufenthaltsdauer in Deutschland für Rafah und Mutter Faise quält Stefanie Lorenz derzeit ein weiteres Problem. „Ich muss eine Krankenkasse auftreiben, die für die Kleine eine Police ausstellt, damit eventuell parallel auftretende Erkrankungen finanziell abgesichert sind.“
Wenn Stefanie Lorenz auch diese Frage geklärt hat, wird vielleicht noch jemand ganz anderes Grund zur Freude haben. Ihr Ehemann. „Vor lauter Telefonieren komme ich nicht mehr darum, mich um den Haushalt zu kümmern“, schmunzelt die resolute Wahl-Berlinerin.
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