Steinfurt
Mo., 24.01.2011
Liebe Grüße aus der Vorhölle
|
|
Burgsteinfurt - In der Hölle ist der Teufel los. Es geht um eine 500-Euro-Wette und die Aussicht, dem todlangweiligen Hades zu entfleuchen und wieder am irdischen Literaturzirkus teilzunehmen. Auf der Erde torkelt derweil der kurze Paul (letzte Messung 1,35 Meter) durch die Saukälte einer sehr späten Winternacht und sucht, vielleicht, sich selbst. Er findet Audrey, eine Putzfrau mit Monroe-Muttermal, und mit ihr nicht nur eine Freundin, sondern auch eine gute Fee, die ihn an die Hand nimmt und durch die Seitenstraßen des Lebens führt . . .
Solche Geschichten und solch absonderliche Figuren denkt sich Theresa Gerks aus, eine gewitzte, noch nicht ganz 18-jährige Gymnasiastin, die schon längst nicht mehr für die Schublade schreibt. Und das so klug und schräg und einfallsreich, dass der Wunderwaldverlag ihre Geschichte über den knubbelig-knorrig-kurzen Paul druckt und heftet und in seiner Reihe „Lit Limbus - Geschichten aus der literarischen Vorhölle“ herausgibt.
Noch mehr wundert es zu hören, dass der erste literarische Erfolg der jungen Burgsteinfurterin schon drei Jahre zurückliegt: 2007 gewann Theresa Gerks mit ihrem Drehbuch „Topmodel-Wahnsinn“ den ersten Preis beim 1. Steinfurter Amateurfilm-Wettbewerb. Ein Jahr später schaffte sie es auf den fünften Platz des Tom-Sawyer-Preises der Stadt Rees, außerdem erschienen einige ihrer Texte unter anderem in den Anthologien „O, mein Gott“, „Smaragd Saturn“ und der bei Rowohlt (!) erscheinenden Bände „Alles Emma - oder was?“ und „Alles Emma - auf ein Neues!“
Und wenn man Theresa heute fragt, von welchem beruf sie träumt, dann sagt sie ohne zu zögern: „Lektorin, oder erstmal Buchhändlerin.“ Autorin - das will sie gar nicht erst oder noch nicht hören, da bleibt sie doch lieber auf dem Boden.
Wenn sie aber in ihrer Kellerhöhle am Computer sitzt, dann kriegt ihre Fantasie Flügel, und natürlich hat sie schon wieder etwas Neues in Arbeit. Ihren ersten richtigen, großen Roman? Es wird eine Fantasy-Geschichte, mehr will Theresa Gerks noch nicht verraten, nur, dass sie schon 230 Seiten geschrieben hat. Es besteht also Hoffnung.
Das findet auch ein gewisser A. Nonymouse, der Theresa in einer Internet-Rezension bescheinigt: „Es besteht noch Hoffnung, die Jugend hat wieder mehr im Kopf als den nächsten iPad!“ Und sein Kollege vom Presse-Anzeiger nennt „Paul DeLux“ schlicht und überzeugend „Trash vom Feinsten“.
» Wer neugierig geworden ist: Theresas 40-Seiten-Werk gibt es im Buchhandel: Liebe Grüße aus der Vorhölle für teuflisch preiswerte 3,50 Euro.
|
|
Anzeige
InserierenWN-Jobs Anzeigen
Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland
