Steinfurt
Di., 09.03.2010
Nachrichten aus erster Hand
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Burgsteinfurt - Auch Plätzchen und Postkarten können helfen; viel sogar, wenn man hört, dass sie Bismarck-Schüler der Klassen 2a und 3b aus dem Verkauf ihrer selbst gebastelten und gebackenen Karten und Leckereien 1050 Euro eingenommen haben. Gestern kam DRK-Katastrophenhelfer Claus Muchow deswegen höchstpersönlich in die Schule, um von seinem Einsatz zu erzählen.
Sein ganzer Dank galt natürlich den Schülern, ihren Lehrerinnen Anne Busch und Ilka Thaden und auch den Eltern, die mitgeholfen haben, das Elend der erdbebengeschädigten Menschen in Haiti zu verkleinern.
Claus Muchow berichtete von dem mobilen Krankenhaus, das mit einem Aufwand von fünf Millionen Euro in Haiti aufgebaut wurde, vom großen und kleinen Leiden der Menschen und davon, dass auch im größten Unglück noch Platz für gute Laune ist: „Und dann trifft man Menschen, die sich freuen und die sich sagen: Hey, wir haben´s überlebt“, sagte der Burgsteinfurter zu einem Foto, auf dem man lachende junge Leute in einem Auto sieht, dem das Dach abgerissen wurde. Muchow: „Die haben Spaß, weil sie jetzt ein Cabrio fahren.“
Die drastischten Bilder hatte Muchow wohl zu Hause gelassen, aber er sprach ganz offen von den 200 000 Toten, „deren Strecke, würde man sie nebeneinander legen, bis nach Dortmund reichen würde“. Er erzählte von hässlichen Wunde, von zerquetschten Beinen, von abgetrennten Händen, von Plünderern, die mit Knüppeln durch die Straßen ziehen und davon, was dreckiges Wasser anzurichten vermag. Und er erzählte von den Glückmomenten, von einer Geburt und wie ein kleines Kind doch noch gerettet wurde und von dankbaren Menschen, denen in dem mobilen Krankenhaus geholfen werden kann.
Für seinen eigentlichen Beruf, Claus Muchow ist Bezirksschornsteinfegermeister, bleibt in diesen Tagen nicht viel Zeit; so oft wird er gefragt, von seinem Einsatz zu erzählen. Und Claus Muchow macht das gerne, weil er weiß, wie nötig die Hilfe ist und wie auch kleine und kleinste Spenden helfen können.
Die 1050 Euro der Bismarck-Schüler sollen in Haiti vor allem den Kindern zugute kommen; nicht nur mit teurem medizinischen Gerät: „Manchmal“, sagt Claus Muchow, „hilft auch schon ein buntes Pflaster.“
» Heute besucht Claus Muchow die Schule am Bagno.
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