Steinfurt

Mo., 08.03.2010

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Vom Kintopp zum Multimedium

Heinz und Marianne Palstring freuen sich mit dem neuen Theaterleiter Sebastian Schäffer über den Erfolg des Burgsteinfurter Kinos.Foto: (Hans Lüttmann)

Burgsteinfurt - Das Kino in Steinfurt wird im nächsten Jahr 100 Jahre alt Im nächsten Jahr feiert das Steinfurter Kino seinen 100-jährigen Geburtstag - übrigens das älteste Kino in Deutschland.

Grund genug für den Betreiber Heinz Palstring ein Resümee zu ziehen. Er hat es in den letzten Jahren geschafft das Kino auch wirtschaftlich auf ein sicheres Fundament zu stellen, obwohl zeitgleich Lichtspielhäuser in anderen Orten schließen mussten.

So erfolgreich war es aber um das Steinfurter Kino in seiner Vergangenheit nicht immer bestellt. Vor allem in den 60er Jahren wurde es dort immer ruhiger, weil die TV-Geräte in den heimischen Wohnzimmern Einzug hielten. Somit entschloss sich der damalige Kinobesitzer 1967 das Kino in Steinfurt zu schließen und das Gebäude wurde zunächst als Lebensmittelmarkt und später in den 80er Jahren sogar als Diskothek genutzt. Diese Konzepte waren allerdings alle nicht von langer Dauer, schließlich verfiel das Gebäude in einen Dornröschenschlaf.

Im Jahr 1995 erwarb dann der Küchenhersteller Heinz Palstring das Gebäude, ursprünglich um dort eine Küchenausstellung zu errichten. Als sich allerdings heraus- stellte, dass es erhebliche Probleme mit einer Nutzungsänderung geben würde und zudem das Gebäude baulich nicht optimal für eine solche Ausstellung geeignet ist, entschied Palstring spontan das Gebäude als Kino neu zu beleben. Für einen Küchenhersteller eine völlig neue Herausforderung.

Zunächst schien auch alles ganz einfach, vor allem da sofort ein Pächter gefunden wurde. Dieser musste aber nach nur zwei Jahren aufgeben und ein neuer Pächter versuchte sein Glück.

Der Pächterwechsel ging dann in den folgenden Jahren munter weiter und jeder hinterließ anschließend einen neuen Scherbenhaufen. Als der letzte Pächter 2005 aufgeben musste und zu allem Überfluss im Kino eingebrochen wurde, stand die endgültige Schließung im Raum. Vielleicht war es der sprichwörtlich münsterländischen Sturheit von Heinz Palstring zu verdanken, dass es nicht soweit kam. Denn nun wollte der Besitzer es selbst als Betreiber versuchen und gründete eine eigene Kinobetreibergesellschaft mit zusätzlichen Teilhabern. Leider stellte sich auch hier kein Erfolg ein und diese Unternehmensform im Steinfurter Kino wurde 2007 beendet.

Aus persönlichen Gründen wurde die Stelle des Theaterleiters Anfang 2010 durch Sebastian Schäffer neu besetzt. Er bringt viel Erfahrung ein und wird mit seiner Mannschaft das Kino auch weiterhin auf der Erfolgsspur halten. Aktuell liegen die Zahlen bei über 3000 Besuchern im Monat. Eine ganz neue Möglichkeit der Vermarktung zeigte sich vor einigen Wochen, als eine bekannte Versicherungsgesellschaft den großen Kinosaal einen ganzen Tag pachtete, um dort eine Schulung für 100 Mitarbeiter abzuhalten, verbunden mit einem Kinofilm und dem anschließenden Besuch in der Steinfurter Gastronomie.

Der Erfolg des Steinfurter Kinos ist inzwischen so gefestigt, dass Heinz und Marianne Palstring bereits über weitere Investitionen nachdenken. Durch die Anschaffung einer 3-D-Anlage möchten sie den Besuchern auch weiterhin ein multimediales Erlebnis der Spitzenklasse bieten, heißt es in einer Pressemitteilung.


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