Steinfurt
Mi., 21.04.2010
„Wer soll das bezahlen?“
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Borghorst - Ob Kinderbildungsgesetz, Zeitarbeitsverhältnisse, Jugendhilfe oder Pflegeversicherung. Pfarrer Heinrich Wernsmann haben die Wahlaussagen der Politiker nicht überzeugt und er meldete seine Zweifel an: „Ich habe die Sorge, dass der Staat das nicht leisten kann und wir den Gürtel enger schnallen müssen.“ Und er fügte hinzu: „Warum sagt man das nicht?“ Diese Frage stellte Wernsmann den fünf Politikern, die im Rahmen einer Podiumsdiskussion zur Landtagswahl ihre Positionen und politischen Vorhaben darlegten.
Die Pfarrgemeinde St. Nikomedes hatte eingeladen und das Don-Bosco-Heim war am Dienstagabend gut besucht, als Moderator und WN-Redakteur Stefan Werding die Teilnehmer vorstellte: die CDU-Stadtverbandsvorsitzende Doris Gremplinski in Vertretung für Christina Schulze Föcking sowie die Landtagskandidaten Jürgen Mußmann (FDP), Friedrich Paulsen (SPD), Norbert Vogelpohl (Grüne im Wahlbezirk Coesfeld-Borken) und Andreas Neumann (Linke).
Werding verglich die Landespolitik mit der Hausarbeit: „Man wird nie fertig, es gibt wenig Lob, aber man muss es tun.“ Die Hausarbeiten begannen im Kinderzimmer und hier bot das neue Kinderbildungsgesetz (KiBiz) reichlich Diskussionsstoff. Gremplinski räumte zwar ein, dass in der Durchführung noch Unsicherheiten bestünden, bezeichnete es aber „als eine Riesenchance für Kinder und Familien“. Insbesondere seien viele Kindergartenplätze für Unterdreijährige geschaffen worden. Paulsen kritisierte, dass die Kommunen zu stark mit den Kosten belastet würden. Für die Grünen gehört das Gesetz wieder auf den Prüfstand und für die FDP ist die Schaffung neuer Arbeitsplätze für Erzieherinnen gut investiertes Geld.
Die Hausarbeit wurde im Arbeitszimmer mit den Themen Mindestlohn und befristete Arbeitsverträge fortgesetzt. „Wir werden die Befristung abschaffen“, sagte Paulsen . Ebenso sieht es die Linke und fordert dazu Mindestlöhne. Vogelpohl von den Grünen schlug vor, die Arbeitnehmerrechte zu stärken und Dumping-Arbeitsverhältnisse zu untersagen. Mußmann sah tarifrechtliche Probleme.
Im Jugendzimmer angekommen, lobte die CDU-Vertreterin die Jugendarbeit im Kreis: „Wir haben vorbildliche Beratungssysteme.“ Abschließend wurden noch Fragen zur Pflege- und Krankenversicherung mit dem absehbaren Ärzte- und Pflegekräftemangel thematisiert. Dabei wurde deutlich, dass der demografische Wandel die junge Generation nicht mit immer neuen Schulden überfordern darf.
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