Möglichkeiten und ihre Grenzen

Di., 24.01.2012

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Lausberg spricht über Biologie und Ethik

Tecklenburg - 

Die Biologie bietet viele Möglichkeiten – aber darf der Mensch sie auch alle nutzen? Wie sieht das bei krankheiten aus, die vererbt werden können? Darüber referierte Klaus Martin Lausberg bei den „Tecklenburger Gesprächen“.


„Was kann, was darf der Mensch?“ Um diese Frage ging es beim vierten der „Tecklenburger Gespräche“. Es störte nicht der routinemäßige Wechsel vom katholischen zum evangelischen Gemeindehaus. Auch der Spruch: „Der Prophet gilt nichts im eigenen Land“ traf nicht für den Referenten des Abends zu, den Biologen Klaus Martin Lausberg aus Tecklenburg. Vielleicht lockte auch gerade sein Bekanntheitsgrad so viele Besucher an.

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Pastorin Ulrike Wortmann- Rotthoff begrüßte die Gäste und wies vor allem auf die theologischen Dimensionen des Themas hin. Sie freute sich auch über den ökumenischen Ansatz der Gesprächsreihe.

Es ging zunächst um die biologischen Grundlagen zu Wortmonstern wie „Präimplantationsdiagnostik“ (PID), „Polkörperchendiagnostik“ (PKD) und „Genomdiagnostik“. Der Referent erläuterte verständlich und mit viel Sachkenntnis, worum es ging, heißt es in einem Bericht der Veranstalter.

Bei künstlichen Befruchtungen biete die Medizin Voraussagen zu eventuellen Erbschäden werdenden Lebens an, wenn die Eltern mit Erbkrankheiten behaftet seien. Bei der PID brauche man eine von acht Zellen eines Embryos. Die restlichen sieben Zellen bildeten nach Übertragung in die Gebärmutter noch einen Menschen – oder würden vernichtet. Das führe zu ethischen Problemen im Gegensatz zur PKD, bei der die Befruchtung der Eizelle noch nicht stattgefunden habe, schilderte Lausberg.

Die Genomdiagnostik biete einen Zugriff auf alle Erbanlagen und habe viele Möglichkeiten.

Erinnerungen an den früheren Biologieunterricht wurden wieder wach. Zellaufbau, Chromosomen, Mendelsche Regeln lauteten einige Stichworte.

Es entwickelte sich eine rege und sehr sachliche Diskussion nach vielen Seiten hin. Die philosophische Frage: Was ist der Mensch?“ konnte aber an diesem Abend nicht beantwortet werden – so wie in Jahrhunderten zuvor auch nicht. Aber der Hinweis war wertvoll, das Thema nicht zu biologisch zu betrachten.

Der Vortrag hatte den Beginn menschlichen Lebens im Mittelpunkt. Auch über das Ende sollte man nachdenken. Dieses Thema und andere werden vermutlich an weiteren Abenden ein volles Haus garantieren.

Die nächste Veranstaltung ist für den 23. Februar vorgesehen, und zwar wieder im evangelischen Gemeindehaus Tecklenburg um 19.30 Uhr. Thema ist dann „Sexueller Missbrauch – ein düsteres Kapitel in Kirche, Gesellschaft und Familie“.


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