Die Zukunft der Schulen

Fr., 03.02.2012

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„Abwanderer“ sollen im Ort bleiben

Tecklenburg - 

Die Schullandschaft verändert sich. Wie sieht die Zukunft in Tecklenburg aus. Bürgermeister Stefan Streit, GAG-Direktor Hans-Raimund Pfohl und Hauptschul-Leiter Rudi Grunden sind sicher: Tecklenburg hat gute Karten.


Die Informationen über Schulpläne in den Nachbarkommunen werden in Tecklenburg aufmerksam registriert. Wohin der Weg in der Burgstadt führen soll, ist seit Ende Dezember klar. Ziel ist, eine Sekundarschule zu etablieren. Das hat der Stadtrat einstimmig beschlossen. „Dies ist ein deutliches Signal“, führt Bürgermeister Stefan Streit aus.

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Die Basis für eine Sekundarschule ist gegeben. Der Verwaltungschef verweist auf aktuell 110 Mädchen und Jungen in den ersten Klassen der vier Grundschulen. Dass es in den nächsten Jahren weniger werden, ist ihm klar. „Trotzdem gehe ich davon aus, dass es langfristig insgesamt mehr als 75 bleiben werden“, spielt Stefan Streit auf die von der Landesregierung eingezogene Hürde – mindestens 75 Anmeldungen aus der Kommune für eine Sekundarschule – an.

Dennoch sei klar, dass man aufgrund der bisherigen Schulentscheidungen für das Umland und das örtliche Graf-Adolf-Gymnasium zwingend Kooperationspartner benötigt.

Ein Abstimmungsprozess mit der Bezirksregierung und Gespräche mit Nachbarkommunen über Kooperationen sind daher eine klare Voraussetzung. Dass auch künftig zwei weiterführende Schulen in der Stadt nicht ohne auswärtige Schüler klarkommen werden, darin stimmt er mit den beiden Schulleitern Rudi Grunden (Hauptschule) und Hans-Raimund Pfohl (Graf-Adolf-Gymnasium) überein. Schüler aus Nachbarorten werde es auch künftig geben. Davon sind die Drei im Gespräch mit dieser Zeitung überzeugt.

Die Gefahr, dass neue Gesamtschulen in Greven und Ibbenbüren zu einem Schülerschwund in Tecklenburg führen, sieht Rudi Grunden nicht. Die beiden neuen Schulen seien jeweils vierzügig (vier Klassen je Jahrgangsstufe) konzipiert. „Das füllen die schon mit eigenen Schülern fast komplett“, ist der Hauptschul-Rektor überzeugt.

Beide Schulleiter setzen, ebenso wie der Bürgermeister, darauf, dass die „Abwanderer“ mit Gründung einer Sekundarschule im Ort bleiben. Beispielsweise die potenziellen Realschüler kommender Jahre. „Es ist unser Ur-Interesse, den Anteil auswärtiger Schüler zu reduzieren und den der Tecklenburger Kinder zu erhöhen“, nimmt Stefan Streit kein Blatt vor den Mund. Die Betonung liegt auf Reduzieren, denn an beiden Schulen kommen bis zu 70 Prozent der Schüler eines Jahrgangs von außerhalb Tecklenburgs.

Die Einführung der Fahrtkosten-Beteiligung durch die Eltern auswärtiger Schüler hat nicht so stark durchgeschlagen, wie von einigen befürchtet worden ist. „Das sind bei uns zehn, zwölf Schüler gewesen“, berichtet Rudi Grunden. Stärker getroffen habe die Hauptschule die Unverbindlichkeit der Schulempfehlung vor dem laufenden Schuljahr. Über Sinn oder Unsinn dieser Vorgabe will der Rektor nicht nachdenken. Seine Schule hat es eine Klasse gekostet. Mittlerweile sind 22 Rückkehrer ins Gebäude am Howesträßchen gezählt worden.

Für unverzichtbar hält Raimund Pfohl auswärtige Schüler. „Kein Gymnasium kann ohne sie überleben“, ist der Oberstudiendirektor überzeugt, auch künftig Fünftklässler aus Lotte, Westerkappeln und Ladbergen an Hofbauers Kamp zu begrüßen.

In einem sind sich die Drei einig: Den Begriff „Schülerpotenzial“ werten sie als Zahlenspielerei auf Papier. „Denn die Abstimmung mit den Füßen wird bei allen Planungen über die zukünftige Schulentwicklung entscheiden. Da haben die Tecklenburger Schulen gute Karten.“ Das sagen nicht nur die beiden Schulleiter im Brustton der Überzeugung. Das sagt auch der Bürgermeister.

Zum Schuljahr 2013/2014 sollte die Sekundarschule in Tecklenburg an den Start gehen. „Länger zu warten macht keinen Sinn“, setzt nicht nur Rudi Grunden auf eine zügige Umsetzung der Tecklenburger Schulpläne durch Stadtrat und Verwaltung.


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