Familie steht an erster Stelle
Mi., 08.02.2012
Landleben statt Berliner Luft
Roland Siegers und sein Sohn Ole, der noch fünf Geschwister hat. Siegers ist begeisterter Familienvater.
Tecklenburg -
Viel zeit für Hobbys bleibt Roland Siegers nicht. Der neue FDP-Vorsitzende ist sechsfacher Familienvater und beruflich viel unterwegs. Trotzdem ist es ihm ein Anliegen, sich kommunalpolitisch zu engagieren
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Die Großstadt hat er bereits seit längerem hinter sich gelassen und es nie bereut. Tecklenburger Landluft statt Berliner Luft - das gefällt Roland Siegers. Den Trubel in der pulsierenden Bundeshauptstadt vermisst er nicht, sondern ist froh, ländlich zu leben. Mit den Kindern in Berlin? „Das wäre nichts“, ist der sechsfache Familienvater überzeugt. Er lebt gern in Tecklenburg – und zeigt sich engagiert. Siegers ist der neue Vorsitzende der FDP.
Seit 2004 lebt er im Burgstädtchen, hat mit Frau Dörte und den Kindern 2007 ein Eigenheim am Dachsweg bezogen – mit unverbaubarem Blick ins Grüne. Ein Stück heile Welt, in der er seinen Nachwuchs gut aufgehoben weiß. Dass die Schulpolitik für die liberalen Kommunalpolitiker ein wichtiges Thema ist, liegt auf der Hand. „Die Hauptschule als Gemeinschaftsschule – das wäre perfekt für Tecklenburg“, sagt er und will sich dafür stark machen. Auch den kleinen Grundschulen in den Ortsteilen gilt sein Augenmerk.
Als Familienvater setzt er sich aber auch in anderen Bereichen ein – jenseits der Schule. „Der Zustand der Spielplätze ist selten gut. Da muss etwas passieren“, fordert Siegers.
Natürlich weiß der FDP-Ratsherr auch um die finanziellen Nöte der Stadt. Aber: „Nur mit sparen kann man das Defizit nicht weg bekommen.“ Interkulturelle Zusammenarbeit nennt er als einen Lösungsweg. Dadurch könnte es im Rathaus mehr Zeit geben, um sich verstärkt um die Wirtschaftsförderung zu kümmern. „Das rechnet sich“, ist Siegers überzeugt. Kontakte und Netzwerke knüpfen, hingehen zu den Unternehmen, das gehört für ihn dazu.
Mit Unternehmen kennt sich Siegers aus. Er ist stellvertretender Direktor eines internationalen Bildungsnetzwerkes, der CEMS mit Sitz in Paris. Die CEMS ist eine Vereinigung von 27 führenden Wirtschaftshochschulen und 70 multinationalen Unternehmen, zum Beispiel Siemens und Deutsche Bank. Rund 1000 Studenten sind es weltweit, die einen Doppelabschluss machen – als Wirtschaftswissenschaftler und gleichzeitig als CEMS-Master – interkulturell und sprachlich mit besonderen Kompetenzen ausgestattet.
„Ich bin sehr viel unterwegs“, erzählt Siegers. 20 bis 25 Dienstreisen pro Jahr sind normal. Schwerpunkt seiner Arbeit: Qualitätssicherung.
Dass er seine Arbeit sehr gut macht, verschweigt er. Doch es liegt auf der Hand, belegt durch das Ranking der Financial Times. Unter den besten Business Schools schaffte es der CEMS-Master weltweit auf den zweiten Platz aller Management-Master.
Doch zurück aus der großen, weiten Welt nach Tecklenburg, an den Dachsweg. Roland Siegers hat Sohn Ole auf dem Schoß, Dörte den jüngsten Spross der Familie, acht Monate alt. Der älteste Sohn ist 21, er studiert mittlerweile in Köln. Ein aufreibender Beruf, eine große Familie, dazu noch Kommunalpolitik – das erspart die Frage nach weiteren Hobbys. „Früher habe ich viel in Chören gesungen“, blickt Siegers zurück. „Aber dafür habe ich keine Zeit mehr.“
Die Kommunalpolitik ist für Roland Siegers, der in Berlin Politik studiert hat, wichtig. „Ich wollte mich einbringen“, begründet er sein Engagement. Das Liberale ist ihm wichtig, den Menschen nicht zu bevormunden. Speziell auf Tecklenburg bezogen möchte er zur Versachlichung in der Politik beitragen. Ihm sei es egal, von welcher Partei eine Idee komme. Sei sie gut, müsse man sie umsetzen. „Schließlich sitzen wir alle im selben Boot.
Das gilt nicht nur für die Parteien, sondern auch für die vier Ortsteile, die Siegers gleichermaßen ansprechen will. Da sei es durchaus von Vorteil, ein „Zugezogener“ zu sein. Man könne alle vier im Blick haben. Dankbar ist er, dass es die Interessengemeinschaften gibt. „Es hat Spaß gemacht, mit denen zu reden“, schildert er seine Kontakte zu den IG´s. „Die wissen, was die Leute wollen.“
Siegers sieht einen weiteren Vorteil, als „Zugezogener“ in der Kommunalpolitik mitzuwirken. „Viele Ratsmitglieder kennen sich sehr lange und gut“, sagt der FDP-Vorsitzende, der erst seit kurzem Mitglied des Stadtrates ist und entsprechend unbelastet agieren kann.
Die Kommunalpolitik macht ihm Spaß – trotz oder gerade wegen der großen Probleme, die es in Tecklenburg zu lösen gilt. Noch mehr Spaß aber macht es ihm, seine freie Zeit mit der Familie zu verbringen. Denn die steht ganz oben auf seiner Prioritätenliste.