So., 02.11.2014

Nadja Kossinskaja und Lulo Reinhardt im Kulturhaus Der Zauber der Gitarre

Nadja Kossinskaja und Lulo Reinhardt begleiteten die „Mollmäuse“ bei ihrem Auftritt im Kulturhaus

Nadja Kossinskaja und Lulo Reinhardt begleiteten die „Mollmäuse“ bei ihrem Auftritt im Kulturhaus Foto: Nicole Degutsch

Tecklenburg - 

Alles verzehrende Sehnsucht, glühendes Temperament und knisternde Erotik: Dies und noch viel mehr entlockten Lulo Reinhardt und Nadja Kossinskaja in der Gitarrennacht am Samstag im ausverkauften Kulturhaus ihren Instrumenten.

Von Nicole Degutsch

Stefan Streit bedankte sich in einer kurzen Eröffnungsrede bei Antje Drewel , Initiatorin dieses Benefizkonzertes zugunsten der Aktion „Ein Herz für Kinder“, und ihren ehrenamtlichen Helfern.

Dann kam Nadja Kossinskaja auf die Bühne „geschwebt“. Im dunkelblauen, fast bodenlangen Kleid eröffnete sie den Abend mit einem spanischen Medley. Sie schien mit der Gitarre eine Einheit zu sein, spielte mal einfühlsam, dann wieder temperamentvoll. Schnell hatte sie das Publikum sowohl optisch als auch akustisch in ihren Bann gezogen. Feinfühlig spielte die Künstlerin Selbstkomponiertes, berichtete, wie sie Eindrücke von der Natur in ihren Liedern verarbeitet: Ein Waldspaziergang, Regen, Sonnenauf- und Untergang, all das zauberte sie mit den Saiten ihrer Gitarre herbei. Absolute Stille herrschte zwischen den einzelnen Themen im Saal, die Melancholie, die aus Kossinskajas Musik sprach, ließ niemanden unberührt. Hier blitzten die Wurzeln der aus Kiew stammenden Klassikvirtuosin ganz klar durch.

Nach dieser Einstimmung überließ sie Lulo Reinhardt die Bühne. Er hatte noch am Vorabend zum Abschluss einer sechswöchigen Großbritannien-Tour in Wales gespielt und so war sein erstes Stück auch von keltischen Eindrücken geprägt. Vollmundig, ja raumgreifend erklang seine Gitarre, sehnsuchtsvoll schien sie von längst vergangenen Zeiten zu erzählen.

So konzentriert der Erfinder des „Gypsy-Swing“ während des Spiels war, so sympathisch und locker erzählte er zwischen den Liedern: „Meine beiden neuen Gitarren habe ich nach meinen Enkeln Damon und Keanu benannt,“ berichtete er beispielsweise sichtlich stolz auf den Nachwuchs.

Die Klänge, die er diesen Gitarren entlockte, faszinierten das Publikum sichtlich: Egal ob seine Lieder vom Leben der Nomaden in der Wüste Marokkos („Desert Inspirations“) erzählten oder ob er sich an einen Parisaufenthalt erinnerte („Hotel de Paris“).

Auch im Duo überzeugten Kossinskaja und Reinhardt sowohl mit ihrem virtuosen Gitarrenspiel als auch mit Gesang, spielten klassische Flamenco-Themen, russische Weisen sowie erotische Tangoelementen.

Große Überraschung des Abends: Unter der Leitung von Stephanie Müller-Bromley strömten die kleinen „Mollmäuse“ auf die Bühne. Der Grundschulchor sang sein Lied „Ein Herz für Kinder“, begleitet von Nadja Kossinskaja und Lulo Reinhardt.

Nicht nur Antje Drewel, die in der Pause fleißig selbst Getränke und Brezeln und natürlich die „Ein Herz für Kinder“-CD verkaufte, war begeistert von diesem Abend: „Ich glaube, mit diesem Konzert werden wir die 10 000 Euro-Marke für dieses Jahr knacken.“ Zehn Prozent der Eintrittsgelder und der gesamte Erlös des Getränkeverkaufs sollen an „Ein Herz für Kinder“ gespendet werden.

Nach über zwei Stunden Musik vom Feinsten und nicht abebben wollendem Beifall ging ein musikalischer Abend der Extraklasse zu Ende.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2848173?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F187%2F