So., 29.03.2015

„Dietutnix“ begeistert mit dem neuen Programm „As times goes vorbei“ im Kulturhaus Ein Feuerwerk bester Sketche

Eine rasante Show boten „Dietutnix“ dem Publikum im Kulturhaus mit ihrem neuen Programm „As times goes vorbei“.

Eine rasante Show boten „Dietutnix“ dem Publikum im Kulturhaus mit ihrem neuen Programm „As times goes vorbei“. Foto: axe

TEcklenburg - 

Einer Naturgewalt gleich fielen die „Dietutnix“ mit ihrem neuen Programm „As times goes vorbei“ über das Kulturhaus her. Das Lachen des begeisterten Publikums schien das Gebäude in seinen Grundfesten zu erschüttern.

Von Axel Engels

Nach den mythischen und seeräuberischen Exkursen der vorhergehenden Programme luden die fünf Frauen ein, gemeinsam durch die Zeit zu reisen in einer rasanten Show, bei der man Raum und Zeit vergessen konnte. Was dies für solch umtriebige Geister wie Sabine Hollefeld, Susanne Anders , Steffi Windhoff , Ingrid Helmer und Heike Knief bedeutet, hatten sie in einem Feuerwerk bester Sketche zusammengefasst.

Dabei fing alles recht „harmlos“ an. Zuerst einmal drehten sie die Zeit nur kurz zurück, zum ganzen Wahnsinn der letzten Minuten einer Kabarettgruppe in der Garderobe vor dem eigentlichen Auftritt. Wenn Ingrid Helmer, die auch im weiteren Verlauf als Piroschka gar sinnverwirrend das Publikum verzauberte, mit ihrer starken Bühnenpräsenz die Entwicklung des Tanzes im Angesicht der Kulturperioden präsentierte, musste man schon recht schmunzeln. Von den übrigen „Nixen“ wurde dazu in grazilen Choreographien vom Swing bis Walzer eine mitreißende Tanzshow präsentiert.

Mit „As times goes vorbei“ ist eine Kabarett-Comedy-Show entstanden, die Grenzen sprengt und sich in bester Dramaturgie stets steigert. Selbst „Lili Marleen“ wurde vom Staub der Zeit befreit, durften „Dietutnix“ neben der Laterne süffisant in Melodien mit schwarzhumorigen Texten schwelgen.

Dann schlug die „große Experimentierstunde“ für Sabine Hollefeld, Susanne Anders und Steffi Windhoff. Sie entführten nicht ins Labor des Dr. Mabuse, sondern in eine in die Zukunft weisende Versuchsstation für künstliche Befruchtung. Da durfte ausgiebig mit dem Material für die folgenden Generationen gespielt werden. Bei solch bitterbösen Unterhaltungsspielereien brandete der Applaus durch den Saal. Wenn Sabine Hollefeld den lahmen Spermien durch Schütteln des Reagenzglases auf die Sprünge half, war dies wohl die ultimative Strapaze für die Lachmuskulatur des Publikums. Als „Eierkes“ krönten „Dietutnix“ dies mit einem mitreißenden Liedchen.

Dass sie sich musikalisch im Lauf der Jahre zur Professionalität aufgeschwungen haben, bewiesen sie mit der „Bohemian Rhapsody“, von der selbst Freddy Mercury wohl rundum begeistert gewesen wäre. Alte Meister hängen wohl nicht nur im niederländischen Krolle-Möller, sondern auch im Tecklenburger Kulturhaus . Dem Kinohit „Nachts im Museum“ folgend, wurden im Bild „Die Kartoffelesser“ von van Gogh die Figuren nachts lebendig und lästerten über ihr Leben im Dienst der ausgestellten Kunst ab. Rembrandt und Co. hätten wohl im Grabe rotiert, aber das Publikum war fasziniert vom Ideenreichtum der fünf Agitatorinnen.

Wenn dann noch Heike Knief vom HF Virus (HF gleich Helene Fischer) befallen in ihr klassisches Repertoire von Liszt, Debussy bis Beethoven immer wieder ganz atemlos Melodiefetzen der blonden Entertainerin einwob, war dies wohl eine pianistische Höchstleistung. Wie eine Modenschau der Zukunft aussehen könnte, zeigten Dietutnix mit einer unglaublich spritzigen Burka-Nummer.

Wie bei jedem Dietutnix-Programm kam die Vorliebe von Sabine Hollefeld und Susanne Anders für plattdeutsche Texte durch. Allerdings agierten sie als Altvordere mit jugendlichem Habitus, verwandelten die Tecklenburger Stadtkirche gar in ein Tatoo-Studio.

 

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