Di., 18.10.2016

Konzert auf Haus Marck Im Reich der Träume

Ebenso feinfühlig wie kraftvoll konzertierte Arcadie Triboi im Rittersaal von Haus Marck.

Ebenso feinfühlig wie kraftvoll konzertierte Arcadie Triboi im Rittersaal von Haus Marck. Foto: Sunhild Salaschek

Tecklenburg - 

„Das war ein Genuss“ – „eine dolle Nummer!“ Feinfühlig oder salopp ausgedrückt, die allseitige Bewunderung galt dem international angesehenen Pianisten Arcadie Triboi. Mit seiner Interpretation von Franz Schuberts Klaviersonate B-Dur (D 960) sorgte er am Sonntag für ein besonderes Glanzlicht in der Reihe der Wasserschlosskonzerte auf Haus Marck.

Von Sunhild Salaschek

Zur Einführung bezeichnete der Veranstalter Timo Maschmann die Sonate als „tiefe und schwere Musik zwischen Leben und Tod“. Triboi, der nicht umsonst für seinen „schwebenden Ton“ gerühmt wird, widmete sich diesem „Dazwischenliegenden“ ausführlich und in hervorragender Weise. Mit der Feinheit seiner Artikulation und der Leuchtkraft seiner Tongebung lotete er die Tiefe der Komposition voll, aber unaufdringlich aus. Gleichzeitig interpretierte er die Schwere expressiv und fließend. So führte der Pianist seine beeindruckten Hörer ausdrucksstark und glanzvoll ins „Reich der Träume“, in dem die Romantiker die „Berührung mit dem Ewigen, Unaussprechlichen“ (E.T.A. Hoffmann) ersehnten.

Im zweiten Teil des Konzertes interpretierte Triboi die nicht minder umfassende f-moll-Sonate (Nr. 3, Op. 5) von Johannes Brahms. Nach der differenzierten Feinfühligkeit bei Schubert, stand nun eine kraftvolle Virtuosität im Vordergrund. Eine Ausnahme bildete dabei der 2. Satz „Andante espressivo – Andante molto“, dem Brahms drei Verszeilen voran gestellt hat: Der Abend dämmert, das Mondlicht scheint / da sind zwei Herzen in Liebe vereint / und halten sich selig umfangen (C. O. Sternau). Trotz dieses sanften Abendbildes überwiegen in der Sonate kraftvolle Kontraste und prägnante Rhythmen. Triboi vermochte auch diese Stimmungen wirkungsvoll in Szene zu setzen. Trotzdem waren der kleine Flügel und die relativ kleinen Räumlichkeiten, deren Intimität den Genuss der Schubert-Sonate noch gesteigert hatte, für diese opulente Musik nicht immer ideal. Das Publikum schwelgte dennoch in dieser ganz anderen Welt der Romantik.

Der immer wieder aufbrandende Applaus führte zur Zugabe eines Nocturnes von Frédéric Chopin, das die beiden Seiten der Gefühle harmonisch miteinander vereinte.

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