Fr., 19.05.2017

Bürger helfen Bürgern In Ledde ist die Welt in Ordnung

Der Regen hielt sie nicht davon ab, sich umzusehen: Vera Kalkhoff, Ralf Weßelmann, Bianca Herlo, Dr. Claus Eppe, Erich Harmel und Hans-Jürgen Harmel (von links).

Der Regen hielt sie nicht davon ab, sich umzusehen: Vera Kalkhoff, Ralf Weßelmann, Bianca Herlo, Dr. Claus Eppe, Erich Harmel und Hans-Jürgen Harmel (von links). Foto: Ruth Jacobus

Tecklenburg-Ledde - 

Wie schafft es ein Unternehmen, neue Kunden zu gewinnen und alte zu halten? Durch besonderen Service. Ähnlich ist es auch bei der Initiative „Bürger helfen Bürgern“ in Ledde.

Von Ruth Jacobus

Wie schafft es ein Unternehmen, neue Kunden zu gewinnen und alte zu halten? Durch besonderen Service. Ähnlich ist es auch bei der Initiative „Bürger helfen Bürgern“ in Ledde. „Wir möchten keinen Bürger verlieren und neue gewinnen“, schildert es Hauptinitiator Hans-Jürgen Harmel von der Interessengemeinschaft. Mit Kümmerern, Tauschring, Einkaufsring und mehr wird ein Service der besonderen Art angeboten. Auszeichnungen dafür gab es bereits reichlich, verliehen in Steinfurt, Münster, Düsseldorf und Berlin. Mittlerweile ist die Initiative aufgrund ihrer Vorbildfunktion in das Modellprojekt „Bürger vernetzen Nachbarschaften“ der Quartiersakademie des Landes berufen worden. Deren Geschäftsführer Dr. Claus Eppe und weitere Gäste sahen sich gestern um.

„Der kleinste Ortsteil Tecklenburgs hat die weiteste Strahlkraft“, wies Bürgermeister Stefan Streit bei der Begrüßung im Dorfgemeinschaftshaus darauf hin, dass „Bürger helfen Bürgern“ ein Imagegewinn sei. „Ledde macht uns allen etwas vor. Es ist eine wunderbare Initiative.“

Auf den Vorbildcharakter für andere Orte wies Landrat Dr. Klaus Effing hin. Die Ledder Initiative passe perfekt in den Kreis Steinfurt, der ebenfalls aktiv sei, um den demografischen Wandel positiv zu gestalten. In Ledde würden komplexe Lösungen angeboten.

Als „Rundum-sorglos-Paket“ bezeichnete Vera Kalkhoff die Angebote von „Bürger helfen Bürgern“. Die stellvertretende Geschäftsführerin der Westfalen-Initiative kennt das Angebot in aus Ledde im Detail. Im Rahmen des Projektes „Westfalen bewegt“ hatten die Ledderaner einen Preis bekommen.

In der Quartiersakademie wirkt auch Bianca Herlo von der Universität der Künste in Berlin mit. Sie ist Designforscherin. In diesem Fall gehe es nicht um die Gestaltung von einem Produkt, sondern darum, Infrastruktur zu gestalten, ein soziales und politisches Design, erläuterte sie. Eine Vernetzungsplattform für Bürgerwerkstätten schaffen und alles zu sammeln, was das Ehrenamt unterstützen könne, nannte sie als wesentliches Ziel ihrer Arbeit.

Dass so manche andere Kommune neidisch auf Ledde sei, erzählte Dr. Claus Eppe. Das bemerke er immer wieder, wenn er auf bundesweiten Treffen von dem Ort erzähle. In Hans-Jürgen Harmel habe Ledde einen wunderbaren Botschafter. Beim demnächst in Hamburg stattfindenden nationalen Stadtentwicklungskongress werde Ledde sich vorstellen, kündigte Eppe an.

Interessiert hatte der Gast aus Düsseldorf zunächst verfolgt, was der Heimatvereinsvorsitzende Erich Harmel über die Geschichte des Ortes zu berichten wusste.

Abschließend präsentierte Hans-Jürgen Harmel Aktuelles aus der Initiative „Bürger helfen Bürgern“. So gebe es einen neuen Arbeitskreis Einbruchsicherung. Ist zum Beispiel jemand im Urlaub und es wird währenddessen in sein Haus eingebrochen, sollen zunächst zwei Kümmerer alles abwickeln, sich darum kümmern, dass der Schaden am Gebäude behoben wird sowie die Abwicklung der Formalitäten übernehmen. Es sei bereits alles mit der Polizei abgestimmt, Gespräche mit Versicherungen und Unternehmen würden geführt. Außerdem, so Harmel, wolle man eine mobile Videoanlage zur Überwachung anschaffen, die sich Ledder ausleihen können, wenn sie verreisen.

„Wir wohnen hier im gelobten Land“, zog Harmel ein Resümee aus acht Jahren „Bürger helfen Bürgern“. In anderen Kommunen würden solchen Initiativen Knüppel zwischen die Beine geworfen. „Das kennen wir hier gar nicht“, lobte er die Zusammenarbeit mit Behörden.

Der Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus schloss sich eine Führung durch Ledde an. Das Wohngebiet Pfarrer-Höhn-Straße sowie der Kneipp-Bewegungspark gehörten zu den Stationen, bevor ein Bummel durch Tecklenburg unternommen wurde.

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