Mo., 22.05.2017

Konzert mit Muriel Anderson und Nadja Kossinskaja Virtuos durch die Welt der Saiten

Einen großen Auftritt hatten neben den Solistinnen die „Mollmäuse“ und Leitung von Stephanie Müller-Bromley.

Einen großen Auftritt hatten neben den Solistinnen die „Mollmäuse“ und Leitung von Stephanie Müller-Bromley. Foto: Axel Engels

Tecklenburg - 

Sie glänzten als Solisten und als Duo, Muriel Anderson und Nadja Kossinskaja. Bei der fünften Gitarrennacht im Kulturhaus verzauberten die Künstlerinnen das Publikum.

Von Axel Engels

Auch die fünfte Gitarrennacht in Tecklenburg war ein großer Erfolg. Denn mit der international renommierten Gitarristin Muriel Anderson hatte Nadja Kossinskaja eine musikalische Weggefährtin, die in allen Stilen bestens zu Hause ist und ihre Qualitäten stets für ausdrucksstarke Interpretation nutzt.

Ob bei eigenen Kompositionen oder Arrangements traditioneller Weisen aus Rock bis Country – stets zeigte sich der Gast aus Nashville, Tennessee, als versierte Künstlerin, die ihre Virtuosität in den Dienst der Musik stellte und mit ihrer sympathischen Art die Herzen des Publikums im Sturm eroberte.

Schon beim einleitenden Duo der beiden Saitenkünstlerinnen wurde deutlich, dass sie sich mit großer Natürlichkeit auf ganz hohem Niveau ergänzen. Muriel Anderson hat in ihrer steilen Karriere schon mit so bedeutenden Musikern wie Les Paul, Tommy Emmanuel und Stanley Jordan auf der Bühne gestanden.

Da wirkten ihre ersten Soli noch unter einem ganz andern Glanz. Als sie mit „Voice of Space“ sphärische Klänge zu den Bildern des Fotografen Bryan Allen auf ihrer Harpguitar zauberte, fühlte man bei solch stimmungsvollem Spiel in kosmische Welten versetzt.

Zu einem an die 20er Jahre erinnernden Film über das Leben ihre Großeltern spielte sie eine Eigenkomposition, die Elemente der Emigranten mit den folkloristischen Weisen ihrer „neuen“ Heimat bei „The Emerit“ verband. Bei „Imitation“ gelang es der Künstlerin, die verschiedenen Klänge vom Banjo, der Westerngitarre, bis zum Kontrabass im für Nashville typischen Countrysound erklingen zu lassen.

Mit Akribie und Feinsinn wusste sie ihr Instrument zu beherrschen, immer stand die Melodie dabei vor den filigranen Begleitfiguren im Vordergrund. Mit gefühlvoller Stimme nahm sie dann das begeisterte Publikum mit auf eine Reise in die Seine-Metropole. Als der Edith-Piaf-Klassiker „Sous le ciel de Paris“ erklang, fühlte man sich in die Welt der kleinen Straßencafés im Künstlerviertel Montmatre versetzt.

Doch Muriel Anderson lässt sich stilistisch nicht einengen. Funkige Klänge entlockte sie ihrem Instrument bei „Superstition“ von Stevie Wonder und mit ihrer Interpretation des allseits bekannten Songs „Vincent“ von Don McLean schenkte sie den Besuchern ein tief inspirierendes Erlebnis.

Grandios war es dann, wie sich aus dieser Welt den Weg in mediterrane Gefilde fand. Ihr Arrangement des „Prelude“ aus den „Cantos de Espana“ von Isaac Albeniz riss in seiner temperamentvollen Umsetzung einfach mit.

Auch Nadja Kossinskaja glänzte an diesem Abend solistisch. Als Premiere spielte sie eine Transkription der bekannten „Chaconne“ von Georg Friedrich Händel. In den eigenen Variationen ließ sie ihrer Virtuosität freien Lauf und mischte die barocke Weisen mit sehr persönlichen Elementen ihrer eigenen Auffassung des gefühlvollen Inhaltes jenseits des reinen Notentextes. Stilistisch mag dies wohl sehr gewagt sein. Bei solch emotionaler Ausführung erntete sie für diesen Einblick in ihre Empfindungswelt lang anhaltenden Applaus vom begeisterten Publikum.

Auch bei ihrem argentinischen „Tango nuevo“ verlieh sie den in Musik gesetzten Gefühlen ein farbenreiches Gewand. Als dann im Duo ein lateinamerikanischer Walzer erklang, war das ein Vergnügen für das gebannt lauschende Publikum.

Als musikalisches Präsent der ganz besonderen Art erlebte man an diesem Abend den Kinderchor „Mollmäuse“. Für die von Stephanie Müller-Bromley bestens vorbereiteten kleinen Sängerinnen und Sänger muss es ein besonderes Vergnügen gewesen sein, bei „Hands in hands“ die Bühne mit den zwei Saitenvirtuosinnen zu teilen.

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