Mi., 14.06.2017

Keine Trägerschaft für Kindergarten Bistum erteilt Heilig Geist Absage

Die Vertreter der Pfarrgemeinde Heilig Geist blieben auch nach der Absage des Bistums am Ball. Rita Voss und Dagmar Kerssen übergaben am Sonntag Unterschriften an Domvikar Dr. Jochen Reidegeld.

Die Vertreter der Pfarrgemeinde Heilig Geist blieben auch nach der Absage des Bistums am Ball. Rita Voss und Dagmar Kerssen übergaben am Sonntag Unterschriften an Domvikar Dr. Jochen Reidegeld. Foto: -alv-

Tecklenburg - 

Die Stimmung war bedrückt. Das Lachen, das noch vor Sitzungsbeginn durch den Raum schallte, war den Zuschauern schnell vergangen. Nachdem Martina Lampe dem Haupt- und Finanzausschuss den zeitlichen Ablauf sowie die Art und Weise der Ablehnung geschildert hatte, war es sehr still.

Von Ruth Jacobus

Es ging um die Trägerschaft für eine neue Kindertagesstätte in Brochterbeck. Die Pfarrgemeinde Heilig Kreuz hatte sich bewerben wollen – das Bistum Münster machte ihr einen dicken Strich durch die Rechnung. Nun bleibt als potenzieller Träger nur noch das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands.

„Wir hätten uns gerne beworben. Der Kirchenvorstand stand voll dahinter“, berichtete Martina Lampe. „Aber ohne das Okay des Bistums können wir das nicht machen.“ Das Kreisjugendamt habe bei der Gemeinde Heilig Kreuz angefragt, ob sie sich bewerben wolle. Am 26. April habe es ein Gespräch beim Bistum in Münster gegeben. Dort sei weder ein Ja noch ein Nein gekommen. Am 15. Mai habe es dann die Ansage gegeben, die Pfarrgemeinde dürfe sich nicht bewerben. Doch das wollte man nicht auf sich beruhen lassen. „Wir haben gesagt, wir knicken nicht sofort ein.“ Die Brochterbecker Bundestagsabgeordnete Anja Karliczek sei eingeschaltet worden. Diese habe am 19. Mai mit dem Generalvikar gesprochen – der sich daraufhin Gedanken machen wollte.

„Das war es dann. Man hat uns hängenlassen“, sagt Lampe. Es sei noch eine Woche Zeit gewesen, bis die Bewerbungsfrist verstrichen wäre. Diese wurde verlängert. Aus Münster kam keine Rückmeldung. Am 7. Juni, nach einem erneuten Gespräch mit Anja Karliczek, habe es dann Nein geheißen. Eine Antwort, die auch Bürgermeister Stefan Streit am gleichen Tag bekommen habe.

Daraufhin seien Aktionen gestartet worden. Am Sonntag sei eine schriftliche Stellungnahme an das Bistum gegangen. „Wir haben alles versucht, was in unserer Macht stand. Aber das Bistum trifft die Entscheidung“, stellte Martina Lampe klar. Daran könne auch Christel Lagemann, die Leiterin des Familienzentrums St. Peter und Paul, nichts ändern, ihr seien die Hände gebunden. „Ich weiß nicht, ob der Heilige Geist noch etwas bewegt“, schloss Martina Lampe.

„Die Absage aus Münster war in der Tat sehr deutlich“, bestätigte Bürgermeister Stefan Streit seine Vorrednerin. Dann erteilte er Klaus-Peter Brell vom Christlichen Jugenddorfwerk das Wort. Dieses hatte sich bereits um die Trägerschaft des neuen Kindergartens in Tecklenburg beworben, die dem DRK übertragen wurde. Brell betonte, dass das Brochterbecker Familienzentrum hervorragende Arbeit leiste. Eine Kooperation sei eine Selbstverständlichkeit. Auf einen oder zwei Investoren könne man zurückgreifen, erläuterte Brell. Was bleibt, ist die Frage des Standortes. „Eine städtische Fläche im Ortskern haben wir nicht“, hielt Stefan Streit fest.

Ziel sei es jedenfalls, dass die neue Einrichtung zum 1. August 2018 starte, führte Claudia Lüke vom Kreisjugendamt zum Zeitplan aus. Nachdenken könne man auch über Pavillons als Provisorium, wenn das sonst nicht klappe.

Die Entscheidung über den Träger trifft am 22. Juni der Kreisjugendhilfeausschuss.

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