Mo., 19.06.2017

Erfolgreiche Vorstellung „Shrek“-Musical feiert Premiere

Shrek und Prinzessin Fiona.

Shrek und Prinzessin Fiona. Foto: Detlef Dowidat

Tecklenburg - 

Schallendes Gelächter, klatschen im Stakkato und tosender Applaus: Das Musical „Shrek“ feierte am Samstagabend auf der Freilichtbühne Premiere. Das Publikum bedankte sich für einen äußerst unterhaltsamen Abend mit frenetischem Jubel. 

Von Ruth Jacobus

Die Besucher erlebten Spaß und Klamauk, aber auch Liebe und Freundschaft. Und vor allem: bunte Bilder auf der Bühne, wie sie farbenfroher kaum sein könnten.

Das Publikum ging von Anfang an mit, bedauerte den kleinen Shrek, der als Siebenjähriger von seinen Eltern verstoßen wurde, und Prinzessin Fiona, deren Eltern sie als Kind in einen Turm sperrten. Erst 20 Jahre später sollten beide aufeinandertreffen.

Bis dahin ging es rund im Sumpf. Denn dort lebte Shrek, mutterseelenallein. Dass er plötzlich „Besuch“ bekam, passte ihm gar nicht. Doch Lord Farquaad, Diktator des Landes DuLoc, hatte alle Märchen- und Fabelwesen dorthin verbannt. Mehr Aufwand hätte die Bühne nicht betreiben können. Von Aschenbrödel über Max und Moritz bis zu Miss Piggy gaben sich bunte Gestalten ein Stelldichein. Das Bild auf der Bühne: ein Fest fürs Auge.

Shrek und Esel

Tetje Mierendorf drehte als „Shrek“ so richtig auf. Er verkörperte den großen Oger stimmgewaltig und bedrohlich. Wie er über die Bühne stampfte und brüllte, das war schon schrecklich und lustig zugleich. Der rülpsende und pupsende Oger konnte sich noch so böse geben – die Sympathien der Zuschauer hatte er schnell auf seiner Seite.

Auf der Suche nach der Prinzessin, die er befreien und zu Lord Farquaad bringen wollte, bekam Shrek einen treuen Gefährten: den Esel. Der pausenlos quatschende und umherspringende Vierbeiner lieferte sich mit Shrek köstliche Dialoge mit witzigen Anspielungen auf die aktuelle Politik, imitierte Falco und Michael Jackson. Thomas Hohler ist wirklich ein perfekter Esel. In dieser Rolle avancierte er schnell zum Publikumsliebling.

Fotostrecke: „Shrek“-Musical

Lord Farquaad und Fiona

Dem stand der kleine Lord Farquaad in nichts nach. Der eigentlich böse Diktator war einfach nur niedlich und zum Schreien komisch. Robert Meyer hatte einen Riesenspaß an dieser Rolle, obwohl er stets auf Knien herumrutschen musste.

Ebenso liebenswert wie zickig kam Prinzessin Fiona (Roberta Valentini) daher. Sie hatte den Schalk im Nacken und stand Shrek im Rülps-Duell in nichts nach. Ach wie schön mitanzusehen, wie sich beide näher kamen, sich ineinander verliebten, wie der große Oger seiner Fiona eine Liebeserklärung machen wollte. Doch der Herzschmerz wich schnell wieder schallendem Gelächter, denn ein Gag folgte dem nächsten.

Überzeugende Inszenierung

Dass Shrek und Fiona letztendlich doch noch zueinander finden, darf ruhig verraten werden. Das wird schließlich vom Publikum erwartet. Gewöhnt sind die Besucher auch an schwungvolle Tanzszenen, fantasievolle Kostüme und ein tolles Bühnenbild.

Doch dieses Mal haben Ulrich Wiggers (Regie), Kati Heidebrecht (Choreografie), Karin Alberti (Kostüme), Susanna Buller(Bühnenbild) sowie Elke Quirmbach und Stefan Becks (Maske) regelrecht gezaubert. Riesige, lebende Bäume schlugen ihre Wurzeln, Sonnenblumen brachten die Bühne zum Leuchten.

Begeisterten Applaus ernteten Fiona und die Ratten bei ihrem temperamentvollen Tanz. Das Ensemble dürfte reichlich Stress gehabt haben, um so schnell in verschiedene Kostüme zu schlüpfen.

Fotostrecke: Freilichtbühnen im Münsterland

Orchester als i-Tüpfelchen

Nicht zu sehen, aber unüberhörbar: Das großartig aufgelegte Orchester unter der Leitung von Giorgio Radoja. Mit seiner schwungvollen Musik war es das i-Tüpfelchen des Abends.

Wer vom Alltag abschalten und einfach nur Spaß haben möchte, ist bei „Shrek“ genau richtig. Das Musical bietet leichte Kost, bunt und fröhlich serviert. Ein köstlicher Spaß mit tollen Darstellern – das sollte man sich nicht entgehen lassen.

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