Di., 12.09.2017

Balladen und Fantasien Ein Klangnetz erfüllt die Kirche

Ihno Tjark Folkerts bescherte den Zuhörern einen musikalischen Genuss.

Ihno Tjark Folkerts bescherte den Zuhörern einen musikalischen Genuss. Foto: Nicole Degutsch

Tecklenburg - 

Bekannte Balladen von Goethe, Schiller, Heine, Fontane und Droste-Hülshoff sowie acht Fantasien für Violine ohne Bass von Telemann brachte der Künstler Ihno Tjark Folkerts am Sonntag in der Stadtkirche zu Gehör. Dass nur zwölf Zuschauer gekommen waren, erklärte sich Folkerts so: „Wahrscheinlich ist heute zu viel los in Tecklenburg.“

Denen, die ihm lauschen wollten, versprach Folkerts in den Begrüßungsworten „einen intimen, musikalischen Genuss“. Und den gab es dann auch. Schon beim ersten Stück (Fantasie für Violine B-Dur: Largo-Allegro-Grave-Allegro), ließ er den Bogen und seine Finger über die Saiten fliegen, dass einem beinah schwindelig wurde. Hochkonzentriert spielte er, ein wundervoll dicht gewebtes Klangnetz erfüllte den Raum der Kirche.

Die Zuschauer lauschten andächtig, auch als Folkerts die Ballade „Der Handschuh“ von Friedrich Schiller vortrug. Sonor und kräftig seine Stimme, perfekt angepasst dazu Gestik und Mimik. So wechselten die temporeichen Fantasien mit den Balladen ab. Bei Goethes „Erlkönig“ lief Folkerts zu Hochform auf, wisperte die lockenden Stimmen, die das fiebernde Kind im Arm seines Vaters zu hören glaubt. Da fügten sich weitere Balladen wie „Die Brück am Tay“ von Fontane oder „Der Knabe im Moor“ von Droste-Hülshoff sehr gut ein ins Programm und jagten dem Zuhörer leichte Schauder über den Rücken.

Nach jeder Fantasie gab es viel Applaus und nach 90 Minuten endete das kleine, aber feine Konzert, das die Zuschauer sichtlich in seinen Bann gezogen hatte.

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