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Di., 10.10.2017

Vortrag beim Altherrenclub Das Einhorn als Wappentier

Der Schlussstein im Gewölbe der Leedener Stiftskirche zeigt das Einhorn.

Der Schlussstein im Gewölbe der Leedener Stiftskirche zeigt das Einhorn. Foto: Kiepker

Tecklenburg-Leeden - 

Das Einhorn im Leedener Wappen und die Reformationszeit im Stiftsdorf waren jetzt Themen beim Altherrenclub. Der nach eigenen Angaben sehr gut besuchte Nachmittag begann mit einer Vorstellung. Pfarrerin Ulrike Wortmann-Rotthoff hatte die neue Vikarin Lena Stubben mitgebracht, die für zweieinhalb Jahre in der Kirchengemeinde Tecklenburg tätig sein wird. Lena Stubben hielt auch die Andacht – natürlich zum Thema „Luther“.

Nach dem anschließenden Wegge essen begrüßte Wilfried Brönstrup die Historikerin Brigitte Jahnke aus Tecklenburg. Sie referierte zunächst über den Ursprung des Leedener Wappens, das Einhorn. Sie berichtete, dass das Leedener Kloster 1240 von Graf Otto von Tecklenburg gegründet wurde. In der 1370 abgebrochenen Kirche habe sich bereits ein Wappen mit dem Einhornkopf befunden. Es stamme wahrscheinlich von einer adeligen Familie, die den Neubau der Kirche subventioniert habe.

Weiter führte Brigitte Jahnke aus, dass Familie von Leden in Osnabrück (Ledenhof) Ende des 14. Jahrhunderts das Einhorn als Wappen hatte. Auch andere Familien (Ritter) aus der Umgebung bis ins Emsland hätten das Wappen geführt, teilweise in schwarz auf rot. Heute ist es weiß auf rot.

Brigitte Jahnke berichtete, dass der Ursprung des Wappens aus der Zeit vor dem 14. Jahrhundert noch nicht abschließend geklärt sei und sie sich im nächsten Jahr damit weiter befassen wolle. Das Einhorn-Wappen findet sich heute als Schlussstein im Gewölbe der Stiftskirche über der Orgel.

Im zweiten Teil des Referats berichtete Brigitte Jahnke über die Reformationszeit im Stift Leeden. Zwischen dem Kloster und dem Grafen von Tecklenburg habe es enge Beziehungen gegeben. Der Bischof von Osnabrück habe es übernehmen wollen, weil die adeligen Stiftsdamen sich nicht nach den Ordensregeln verhalten hätten. Die Grafschaft Tecklenburg lag zwischen den Bischofssitzen Osnabrück und Münster. Entsprechend groß seien die Spannungen gewesen.

Aus dieser Zeit stamme auch die Bekanntschaft von Graf Konrad von Tecklenburg (1501-1557), der Mechthild von Hessen 1527 geheiratet hat, die aus dem Kloster kam, und Luther. Den Übergang zum lutherischen Glauben schilderte die Referentin als schwierigen und langwierigen Prozess. Das Kloster habe dabei eine große Rolle gespielt, weil damit viel Eigentum, Ländereien, Geld und somit Macht verbunden gewesen sei.

Gräfin Anna von Tecklenburg war die einzige Tochter von Graf Konrad, der aber außerdem noch 30 Kinder gehabt haben soll, so Brigitte Jahnke. Die Gräfin sei lutherisch gewesen.

Nach dem 30-jährigen Krieg (1618-1648) sei immer wieder versucht worden, den katholischen Glauben einzuführen, was zu Unruhen geführt habe.

Die Senioren hatten noch viele Fragen, die von Brigitte Jahnke fachkundig beantwortet wurden. Sie erhielt anhaltenden Applaus, teilt der Altherrenclub mit.

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