Flüchtlinge erstellen Radio-Sendung
Mit Vorurteilen aufräumen

Tecklenburg -

„Digital dabei! 2.0 – Junge Geflüchtete partizipieren durch aktive Medienarbeit“: So nennt sich das Projekt, mit dem die Landesarbeitsgemeinschaft Lokale Medienarbeit in Nordrhein-Westfalen die Integration von Geflüchteten vorantreiben und deren Medienverständnis schulen möchte.

Dienstag, 16.01.2018, 23:01 Uhr

In der Redaktion wird über die Inhalte der Bürgerfunk-Sendung diskutiert – und über die internationale Musikauswahl. Auch Interviews (rechtes Bild) gehören zum Programm, das heute Abend gesendet wird.
In der Redaktion wird über die Inhalte der Bürgerfunk-Sendung diskutiert – und über die internationale Musikauswahl. Auch Interviews (rechtes Bild) gehören zum Programm, das heute Abend gesendet wird.

Insgesamt zehn junge Menschen aus Albanien, Afghanistan, Syrien, dem Iran und dem Irak reisten jetzt ein Wochenende zur evangelischen Jugendbildungsstätte (JuBi) Tecklenburg, bezogen dort für zwei Tage ihre Zimmer und lernten sich untereinander kennen.

Schnell wurden sich die Geflüchteten über den Inhalt ihrer Sendung einig: Sie wollen mit Vorurteilen aufräumen, offen über ihre Probleme und Bedürfnisse bei der Integration und die Angst vor einer Abschiebung sprechen. Zum Beispiel droht einem der jungen Geflüchteten die Abschiebung, weil er bei einer Anhörung durch einen Dolmetscher falsch übersetzt wurde, heißt es im Bericht der JuBi. Die Hörer dürfen gespannt sein auf einzigartige Schicksale und einen tiefen Einblick in die Gedanken und Wahrnehmungen von geflüchteten Menschen.

Es werden aber auch Deutsche in der Sendung zu Wort kommen: In Tecklenburg wurden Umfragen gemacht, in denen gemeinsam über Integration gesprochen wurde und was sich der eine vom anderen wünscht. Zwischendurch sollen arabische Lebensweisheiten und deren Übersetzung für ein paar „Hinhörer“ sorgen.

Mit Hilfe von Leo Cresnar von der Servicestelle Bürgerfunk und der evangelischen Jugendbildungsstätte Tecklenburg sowie zwei freien Mitarbeitern von Radio RST haben die Bürgerfunker Radio-Erfahrungen gesammelt: Ein digitales Schnittprogramm, Mikrofone und deren Aufnahmefunktionen, Umfragen, Radioformate und deren Vertextungen und Sprechweisen – es gab viel zu tun. Und dann musste die Gruppe sich ja auch noch auf Lieder zwischen den Beiträgen festlegen. Die werden genauso abwechslungsreich wie die Geflüchteten selbst: Deutsch, Englisch, Spanisch, Arabisch und Albanisch.

Als man sich am Sonntagnachmittag die verschiedenen Beiträge gegenseitig vorstellte, waren alle stolz und zufrieden. Viel wichtiger ist den Geflüchteten aber, dass ihre Sendung auch beim Hörer gut ankommt und ihn überzeugt dranzubleiben und nicht wegzuschalten. Gerne würden sie sich öfter treffen, um gemeinsam Bürgerfunk zu machen. Diese jungen Geflüchteten sind in Deutschland angekommen, jetzt mit einer eigenen Sendung im Radio. Die Sendung wird heute (Mittwoch) ab 20 Uhr auf den Frequenzen von Radio RST im Bürgerfunk ausgestrahlt.

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