Tecklenburger Kostbarkeiten
Erst klassisch, dann verrucht

Tecklenburg -

„Frauen! – und andere Perlen“, so lautete der Untertitel zur vierten Auflage der Tecklenburger Kostbarkeiten am Samstagabend. Der erste Teil des Konzerts mit barocken Trisonaten fand in der einmaligen Atmosphäre des Rittersaales im Haus Marck statt, der ausverkauft war.

Sonntag, 15.04.2018, 19:04 Uhr

Die hervorragenden Akteure des ersten teils der Kostbarkeiten: (von links) Ronja Marzcinzik, Norbert Fritzwein, Natalie Helgert, Ulrike Lausberg, Peter Eisenblätter, Evelyn Futterknecht und Manuela Sandhop.
Die hervorragenden Akteure des ersten teils der Kostbarkeiten: (von links) Ronja Marzcinzik, Norbert Fritzwein, Natalie Helgert, Ulrike Lausberg, Peter Eisenblätter, Evelyn Futterknecht und Manuela Sandhop. Foto: Nicole Degutsch

Nach den Begrüßungsworten durch Ricarda Freifrau von Diepenbroick-Grüter und Ulrike Lausberg gab es einen stimmungsvollen Wechsel von Barockmusik mit Altblockflöten (Norbert Britzwein, Peter Eisenblätter), Klavier (Ulrike Lausberg) und Violoncello (Ronja Marzcinzik), über Stücke von Johannes Brahms und Robert Schuhmann mit Sopran (Natalie Helgert) und Klavier bis hin zu Gedichten von Annette von Droste Hülshoff und Emily Dickinson, vorgetragen von Manuela Sandhop, sowie dem „Undinenorakel“ das Evelyn Futterknecht, Schulleiterin des Graf-Adolf-Gymnasiums, voller Inbrunst vortrug. Das Publikum lauschte andächtig, im Saal war es mucksmäuschenstill.

Herausragend die stimmgewaltige Darbietung des Liedes „Es steht ein Lind“ von Johannes Brahms, bei dem sich die bezaubernde Natalie Helgert direkt in die Herzen des Publikums sang. Erst als der allerletzte Ton verklungen war, applaudierte das Publikum begeistert. Doch auch die anderen Künstler spielten voller Hingabe, Jacques Offenbachs „Les Larmes de Jacqueline“ („Die Tränen der Jacqueline“) traf mitten ins Herz, die sanft von Manuela Sandhop vorgetragenen Gedichte rundeten das Programm ab.

Nach viel Applaus ging es dann zur zweiten „Perle“ des Abends ins Kulturhaus. Dort wartete schon ein leckerer Imbiss auf die Kulturhungrigen, die sich allesamt begeistert von der Veranstaltung zeigten. Der zweite Teil stand unter dem Motto Männer! – und andere Abgründe...“ und bildete mit der Chansonnière Jezebel Ladouce (im „wahren“ Leben ein ausgebildeter Tenor) und ihrer Kabarett-Theater-Travestie-Performance einen krassen Kontrast zum ersten Teil des Abends. Mit weißer Federboa, hohen Pumps und aufregendem Kleid stolzierte sie langbeinig über die Bühne. Mit verrucht erotischer Stimme sang sie Lieder von Zarah Leander, und Texte von Georg Kreisler, Kurt Weill und Friedrich Hollaender, plauderte zwischen den Liedern mit dem Publikum über ihre Liebe zu Abgründen und abgründigen Männern. Begleitet wurde sie von Werner Marihart am Klavier.

Jezebel macht keinen Hehl daraus, dass sie die Männer liebt, hat eigens ein Karteikästchen für ihre Liebhaber angelegt, in dem die Vorzüge jedes einzelnen auf einen Blick erkennbar sind.

Teilweise frivol, teilweise romantisch sind die Lieder über die schönste Sache der Welt, der Liebe. Nach der Pause eroberte Jezebel das Publikum vollends. Bei der Zugabe „Nur nicht aus Liebe weinen“ von Zarah Leander und „Bel Ami“ von Hans Fritz Beckmann klatschten und sangen alle mit.

Die Kostbarkeiten machten ihrem Namen alle Ehre, alle Mitwirkenden wurden mit viel Applaus belohnt.

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