Proben für das Musical „Les Misérables“
Ein Riesenepos voller Dramatik

Tecklenburg -

Die Atmosphäre wirkt entspannt. Regisseur Ulrich Wiggers hat es sich – so weit es geht – auf den Holzbänken bequem gemacht. Tjaard Kirsch dirigiert ein imaginäres Orchester und die Darsteller scheinen jede Szene bereits bis ins kleinste Detail zu beherrschen. Doch wer länger zuschaut, spürt auch eine gewisse Anspannung und ja, auch Begeisterung, gar Enthusiasmus. Und das ist kein Wunder. Schließlich wird auf der Freilichtbühne für das Musical „Les Misérables“ geprobt.

Donnerstag, 14.06.2018, 21:00 Uhr

So sieht es bei der Probe aus: Die Musik kommt vom Klavier, der Regisseur und seine Assistentin sitzen auf der Bank und beobachteten alles mjt Argusaugen, während die Darsteller eine der Szenen proben.
So sieht es bei der Probe aus: Die Musik kommt vom Klavier, der Regisseur und seine Assistentin sitzen auf der Bank und beobachteten alles mjt Argusaugen, während die Darsteller eine der Szenen proben. Foto: Ruth Jacobus

Die Atmosphäre wirkt entspannt. Regisseur Ulrich Wiggers hat es sich – so weit es geht – auf den Holzbänken bequem gemacht. Tjaard Kirsch dirigiert ein imaginäres Orchester und die Darsteller scheinen jede Szene bereits bis ins kleinste Detail zu beherrschen. Doch wer länger zuschaut, spürt auch eine gewisse Anspannung und ja, auch Begeisterung, gar Enthusiasmus. Und das ist kein Wunder. Schließlich wird auf der Freilichtbühne für das Musical „Les Misérables“ geprobt. „Ein Riesenepos voller Dramatik“, wie es Intendant Radulf Beuleke bezeichnet. Und es ist ein Erfolgsstück, das seinesgleichen sucht.

Zig Millionen Menschen haben das Musical weltweit seit seiner Erstaufführung im Jahr 1980 in Paris gesehen. 2006 wurde es zum ersten Mal in Tecklenburg aufgeführt und damit auch zum ersten Mal open air in Deutschland. Von den Zuschauerzahlen her war es damals das bis dahin erfolgreichste Stück der Freilichtbühne. Über 40 500 Besucher kamen. Eine Zahl, die in diesem Jahr auf jeden Fall getoppt wird. Bereits jetzt, eine Woche vor der Premiere, sind rund 40 000 Karten verkauft. Die Musical-Fans lieben „Les Mis“, wie sie es nennen.

Das Stück basiert auf dem Roman „Die Elenden“ von Victor Hugo. Es geht um die Geschichte eines Mannes, der als Sträfling beginnt, nach seiner Freilassung zum Dieb wird, bis ihm jemand hilft, seinen Lebensweg zu verändern. Es ist die Zeit der französischen Revolution. Bittere Armut herrscht unter den Menschen. Grausamkeiten sind keine Seltenheit. Doch es gibt auch Liebe, Mitleid und Gnade.

„Das Musical ist ein Massenstück“, schildert Radulf Beuleke. Das Ensemble besteht aus 30 Darstellern und der Chor aus 64. Eine dichte, dramatische Bilderfolge erwartet das Publikum ebenso wie große Gefühlsmusik. „Les Misérables ist durchkomponiert, fast opernhaft, ohne gesprochenen Text.

Drei Stunden (inklusive Pause) dauert die Aufführung – eine Herausforderung für die Darsteller. Doch mit Patrick Stanke, Kevin Tarte, Milica Jovanovic und ihren Kollegen haben die Freilichtspiele ein Team engagiert, dass zur Creme de la creme der Musicalszene gehört. „Ich bin stolz darauf“, gibt Beuleke unumwunden zu und betont den Zusammenhalt. „Hier formt sich eine Gruppe“, berichtet er. Anders als in einer Großstadt laufen sich die Darsteller, die derzeit auch in Tecklenburg wohnen, hier ständig über den Weg. „Sie gehen zusammen ins Freibad und zum Eis essen und grillen gemeinsam.“ Doch nun fiebern sie erst einmal der Premiere am Freitag, 22. Juni, entgegen.

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Bis zum 15. September sind insgesamt 26 Vorstellungen von „Les Misérables“ geplant. Das Musical „Monty Pythons Spamalot“ feiert am 20. Juli Premiere. Karten gibt es an der Theaterkasse, Schlossstraße 7, ' 0 54 82/220.

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