Tecklenburg
Mo., 16.08.2010
Eine Muschel für jeden Pilger
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Tecklenburg-Leeden - „Es ist wunderschön. Danke, dass wir dies zusammen machen können.“ Diesen Satz schrieben Anke und Rudolf in das Besucherbuch, das in der evangelischen Stiftskirche ausliegt. Doch die beiden sind nur zwei derjenigen, die sich hier verewigt haben und die in der Sommerzeit auf dem Jakobsweg unterwegs sind. Weitere Einträge der vergangenen Wochen zeugen von einer wachsenden Pilgerschar auf der Großetappe des Jakobswegs, der von Osnabrück über Münster gen Wuppertal führt und dabei den Stiftsort streift.
„Wir danken Gott dafür, dass wir uns gefunden haben“ schreiben Anita und Werner, die diesen Weg von Osnabrück bis Münster gehen. „Fortgehen - Heimkommen. Fragen - Antworten“ sind Gedanken einer weiteren Pilgerin, die neben Einträgen von Mitgliedern der Kolpingsfamilien Holzhausen-Ohrbeck oder Rheine Emstor stehen. „Kaffee und Kuchen wäre jetzt wunderbar“, das meint eine dreiköpfige Gruppe, die den Abschnitt von Osnabrück über Hasbergen und Leeden bis nach Ladbergen erwandert. Christian hat ganz andere Sorgen und schreibt: „Mein Herr, beschwert mit Gedanken an die Trennung von meiner Frau pilgere ich los.“
Nicht zuletzt solche Anmerkungen waren schon vor einigen Monaten für Björn Igelbrink von der katholischen Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen, für Jörg Michel von der Interessengemeinschaft Leeden, für Rudolf Rogowski vom Heimatverein Leeden und für Pastorin Ulrike Wortmann-Rotthoff von der evangelischen Kirchengemeinde Tecklenburg Anlass darüber nachzudenken, wie Leeden sich als Ort am Jakobsweg präsentieren kann.
Da die gelb stilisierten Muscheln auf dem blauen Untergrund, die europaweit Pilgern Wege in das spanische Santiago de Compostela weisen, wo das Grab und die Reliquien des heiligen Apostels Jakobus verehrt werden, das Stiftsdorf nicht aussparen, heißt nun die Stiftskirche in besonderer Weise diese Wanderer willkommen.
Vor der Eingangstür steht ein Behälter mit Muscheln zum Mitnehmen. Diese erinnern an die Jakobsmuschel als Erkennungszeichen der Pilger.
Wichtiger Bestandteil der Wegausrüstung ist für viele der so genannte Pilgerpass, in dem Stempel gesammelt werden, so dass die Pilger sich als solche ausweisen können und - vor allem je mehr sie sich ihrem Ziel in Nordspanien nähern - spezielle Quartiere oder Restaurants zu besonderen Konditionen ansteuern dürfen.
Nicht nur der Ausweis der Jakobusgesellschaft Münster ist in der Stiftskirche erhältlich, sondern ein extra angefertigter Stempel liegt aus. Dieser zeigt im unteren Bereich eine Muschelhälfte, die oben komplettiert wird von einem Einhorn, dem Wappentier Leedens. Der Schriftzug „Stiftsort Leeden am Jakobsweg“ umrandet dieses Signet.
Wer sich selbst von diesen Pilgerdokumenten einen Eindruck verschaffen will, hat dazu nicht zuletzt am ersten September-Wochenende Gelegenheit. Am 4. und 5. September laden die evangelische Kirchengemeinde Tecklenburg und die katholische Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen ein, den Tecklenburger Pilgerweg zu erkunden. Dieser führt am Samstag von Brochterbeck über den Hermannsweg, Holthausen und Proll durch Ledde und nach Tecklenburg, ehe es mit verschiedenen Stationsandachten und Gottesdiensten weiter nach Leeden geht, wo am Sonntag, 5. September, um 11 Uhr der Abschlussgottesdienst in der Stiftskirche beginnt.
Vielleicht sind dann im Gästebuch ja noch weitere interessante Pilgergedanken zu finden.
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