Tecklenburg
Di., 31.08.2010
„Girasoul“ verzaubert und begeistert
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Tecklenburg-Ledde - Sie sind jung, sympathisch und besitzen begnadete Stimmen - die drei Sängerinnen der Osnabrücker Vokal-Formation „GiraSoul“ präsentierten am frühen Sonntagabend ihre Kunst in einem wunderbaren Konzert. In der Ledder Dorfkirche blieb kein einziger Platz frei, mit solch einer großen Resonanz hatte wohl niemand gerechnet.
Die Interessengemeinschaft Ledde hatte mit ganz viel Engagement und Umsicht diesen Abend gestaltet, da war einfach vom Licht bis zum Ton bis ins kleinste Detail alles professionell vorbereitet. Selbst die Versorgung der Konzertbesucher in der Pause hat man so köstlich wohl nur selten erlebt. Das FriseurTeam Overberg mixte die Cocktails an einer kleinen Bar. Wem es mehr nach „festeren“ Köstlichkeiten gelüstete, für den hatte die Konditorei Aschenberg gleich mehrere Torten kredenzt.
Aber nicht nur der äußere Rahmen entsprach dem wirklich bedeutenden Anlass. „850 Jahre Ledde“ sollte gerade mit diesem Konzert den Bogen spannen zur Jugend der umsichtigen Dorfgemeinschaft und dazu war „GiraSoul“ der passende musikalische Botschafter. Sängerin Christina Hindersmann hatte in Ledde im Kirchenchor ihre ersten Soli gesungen, als gebürtige Ledderanerin kehrte sie an diesen Ort als versierte Sängerin zurück. Mit Jarita Freydank und Viviane Helms bildete sie ein Gesangstrio, das von den Stimmfärbungen und den Charakteren einfach unheimlich facettenreich sich darstellte.
Mit Tom Schirmer am E-Piano und Jan David am Cajon war auch der instrumentale Part sehr gut besetzt, besonders die funkig-spritzige Spielweise von Tom Schirmer riss mit. Dass einige der Songs wohl älter waren als die Solistinnen, machte ihre Interpretationen sogar noch interessanter. Stevie Wonder wäre von solch einem souligen „Superstition“ genauso begeistert gewesen wie die den Goove mitklatschenden Konzertbesucher.
„GiraSoul“ hatte aber nicht nur bei den Arrangements und Klangfarben einiges zu bieten, auch bei der Songauswahl hatten sie ein glückliches Händchen gehabt. Vom traditionellen Gospel bis zur unter die Haut gehende Ballade mit deutschem Text reichte ihr Repertoire. Beim funkigen „People get ready“ aus dem Jahre 1965 von „The Impressions“ waren die drei lebendig agierenden Sängerinnen ganz in ihrem Element. Alicia Keys mit ihrer versierten Kunst mag vielleicht Vorbild sein, aber „Girasoul“ zeigte sich auch bei den Coverversionen durchaus von einer ganz charakteristischen Seite. Sie gaben bekannten Songs wie „Love by grace“ und „Emotions“ ein ganz individuelles und lebendiges Gewand.
Das Publikum erlebte ein mitreißendes Konzert, das nur einen kleinen Fehler hatte. Es war bei solch exquisit unterhaltsamer Kunst einfach viel zu kurz. Dem Gesang und Spiel von „Girasoul“ hätte man ruhig noch viel länger lauschen können.
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