Tecklenburg
Mo., 23.08.2010
„JuBi“ wird zum zweiten Zuhause
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Tecklenburg - Heimweh? Eindeutig nein. Die Kinder und Jugendlichen aus dem russischen Iwanowo fühlen sich in der Jugendbildungsstätte wohl. Zwei Wochen lang ließen sie sich dort die gute deutsche Küche schmecken, genossen die Atmosphäre in dem Haus am Sonnenwinkel, hatten Spaß an den Ausflügen und übten sich intensiv in der deutschen Sprache. Gestern sind sie wieder in die Heimat geflogen - und würden gerne noch einmal wiederkommen.
Gäste aus Russland zu haben, das ist selbst für die gut besuchte Jugendbildungsstätte etwas Besonderes. „Wir haben uns darauf gefreut und lange geplant“, erzählt Leiter Horst Waldmeyer. An den bürokratischen Aufwand mag er dabei nicht mehr zurück denken, denn der war enorm.
Die Kinder und Jugendlichen - die jüngste, Nastja, ist erst sieben Jahre alt - kommen aus verschiedenen Schulen aus Iwanowo. Sie alle wollten ihre Ferien dazu nutzen, die deutsche Sprache zu lernen beziehungsweise zu vervollkommnen sowie Land und Leute kennen zu lernen. Die ältesten Teilnehmer haben bereits seit sechs Jahren Deutschunterricht in ihrer Heimat.
Kontakte zwischen Iwanowo und dem Tecklenburger Land bestehen bereits seit 20 Jahren, erläutert Galina Asejewa, einer der Betreuerinnen, die sich in ihrer Heimat als Leiterin im russischen Friedensfonds engagiert.
Die Gruppe hatte ein strammes Programm zu absolvieren. Bis auf wenige Ausnahmen gab es täglich drei Stunden Deutschunterricht. Gedichte und Lieder wurden spielerisch gelernt und es gab Einblick in die Geschichte.
Begeistert waren die Jugendlichen von den Ausflugszielen. Osnabrück, Lengerich, Ibbenbüren, Rheine, Bremen, Köln, Nordkirchen und Amsterdam wurden besucht.
Und wie beurteilen die Gäste aus Iwanowo nach zwei Wochen Deutschland beziehungsweise ihren Aufenthalt im Tecklenburger Land? „Die deutschen Leute sind nett, herzlich und lustig“, meint eine Jugendliche. „Die deutsche Küche ist lecker und gesund“, befindet eine andere junge Dame. „Es ist sehr schön, auf deutschem Boden deutsch zu lernen“, fügt eine weitere hinzu. Lob und Komplimente gibt es auch für die Jugendbildungsstätte - und für die Betreuung durch Horst Waldmeyer und Leo Cresnar, in der Jubi zuständig für den Bereich Medienpädagogik.
Cresnar hat viel mit den russischen Gästen zusammen gearbeitet. Diese haben beispielsweise eine Art Tagebuch mit Bildern ins Netz gestellt, damit ihre Eltern zu Hause sehen konnten, was sie alles unternommen haben. „Das war ein Probelauf mit einer fremdsprachigen Gruppe“, beschreibt Cresnar. Schließlich wurde mit einer deutschen Tastatur gearbeitet und nicht mit einer kyrillischen. „Das hat gut geklappt“, so sein Resümee.
Zum Abschied gab es Geschenke für die Gastgeber und herzliche Worte: Die Gruppe aus Iwanowo bedankte sich „für den gastfreundlichen Empfang, Aufmerksamkeit, Sorge und Gutherzigkeit“ während des Aufenthaltes.
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