Tecklenburg
Mi., 25.11.2009
Kinderdorf geschlossen
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Tecklenburg-Leeden. Braun gebrannt und mit dem Rucksack voller Tatendrang ist die Leedenerin Stefanie Langkamp aus Brasilien zurückgekehrt, wo sie seit mittlerweile sechs Jahren Straßenkindern mit Spenden aus dem Kreis Steinfurt hilft (wir berichteten mehrfach).
In der brasilianischen Küstenstadt Arraial d´Ajuda hat die Klimaschutzreferentin zwei neue Projekte ausgemacht, für die sie mit der weit über Leeden hinaus bekannten Aktion „Mäuse für Mäuse“ und 2010 auch wieder mit den Sternsingern Spenden sammeln will. Das eine Projekt ist die Computerwerkstatt Bailux im Drogenrehabilitationszentrum „Casa Dia“, in der 14- bis 21-Jährige aus armen Verhältnissen in Computertechnik ausgebildet werden. Das andere ist die Vorschule „Luz da Ajuda“, wo Kinder aus ärmeren Familien vorschulische Bildung und vor allem der Spaß am Lernen vermittelt wird.
Die jungen Leute im „Casa Dia“ demontieren, reparieren und recyceln alte Computer, installieren die nötige Software und lernen die Programme zu nutzen. „Die Jungs hier sind nicht nur Schüler, sondern gleichzeitig auch Lehrer. Jeder gibt einen Teil seiner Fähigkeiten weiter und unterrichtet den anderen,“ erklärt Leiter Regis.
Mit den ersten Spenden aus Deutschland konnte die Gruppe eine Internetverbindung finanzieren und das Gebäude reparieren. „Das Dach leckte und die Kabel waren nicht gut isoliert. Wir haben dauernd Schocks bekommen“, berichtet Rafael, einer der ersten Schüler in dem Projekt. Für das kommende Jahr möchte die Leedenerin nun dabei helfen, das Gebäude auszubauen und neue Werkzeuge für den Unterricht zu kaufen.
Die Spenden aus Deutschland haben in der brasilianischen Kleinstadt schon manches bewegt. Die ehemaligen Straßenkinder sind zu jungen Männern und Frauen herangewachsen und viele haben ihren Weg gefunden. Der 19-jährige Adelmo zum Beispiel serviert Getränke in einer Bar am Strand. Joscinha zieht ihr erstes eigenes Kind groß und Marcos backt leckere Pizzen in einem kleinen Restaurant, für das er unter der Woche sogar allein die Verantwortung trägt.
„Es freut mich jedes Mal zu sehen, dass sich die Anstrengungen gelohnt haben“, sagt Stefanie Langkamp. „Ohne den Rückhalt von hier wäre das nie möglich gewesen.“ Bei ihrem Engagement hat die junge Frau auch böse Überraschungen erlebt. Das von ihr unterstützte und im Tecklenburger Land gut bekannte Straßenkinderprojekt „Reintegrar“ blieb im Herbst 2008 nach den Ferien unerwartet geschlossen.
Die Leiterin hatte einen neuen Job in der Nachbarstadt angenommen, der Verein fand keine Nachfolge. Sie hatte alle Aufgaben so sehr zentralisiert, dass die Arbeit zuletzt nur noch von ihr abhing. „Dass Rita unangekündigt gewechselt hat, hat mich sehr enttäuscht. Es ändert aber nichts daran, dass ich mich in Brasilien für Straßenkinder und Menschen in Not einsetze“, erklärt die Leedenerin. „Und ich hoffe, dass mich die Leute aus meiner Region dabei weiterhin so intensiv unterstützen.“
Stefanie Langkamp sammelt bereits seit 2003 Spenden für Straßenkinder in Brasilien. Von Juni bis September besuchte sie Projekte, die mit Spenden aus dem Kreis Steinfurt unterstützt werden.
» Spenden an Susila Dharma, Bank für Sozialwirtschaft (Bankleitzahl 251 205 10, Kontonummer 7464000, www.susiladharma.de). Auf dem Leedener Weihnachtsmarkt gibt es die Stoff-Mäuse natürlich zu kaufen und Infos zu den Projekten.
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