Tecklenburg

So., 07.03.2010

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Von Bach bis Gershwin

Niklas (Violione) und Nils (Klavier) Liepe zogen das Publikum mit ihren Darbietungen in ihren Bann und gestalteten ein gelungenes Konzert.Foto: (Sunhild Salaschek)
Von Sunhild Salaschek

Tecklenburg - Als ein Highlight der Saison bezeichnete der Veranstalter den Auftritt der Brüder Niklas (Violione) und Nils (Klavier) Liepe auf Haus Marck. Nur leider war Haus Marck nach den jüngsten Schneefällen zwar wunderschön anzusehen, aber es lag etwas abseits der Winterwege, weshalb der Rittersaal nicht ausverkauft war. Dafür bot das Konzert umso mehr Facetten.

Die jungen Musiker präsentierten sich zunächst getrennt. Niklas Liepe eröffnete das Konzert mit den ersten beiden Sätzen aus der Sonate Nr.3 für Violine allein von Johann Sebastian Bach.

Bach, der selbst einer der besten deutschen Geigenvirtuosen seiner Zeit war, hat der Violine mit diesen Sonaten große akkordische Möglichkeiten erschlossen. Niklas Liepe kostete diese Neuheiten der damaligen Zeit voll aus, spielte die Doppelgriffe beziehungsweise Arpeggien aber häufig sehr robust. Dennoch war sein Empfinden für dynamische Feinheiten sehr differenziert.

Schade, dass er so wenig Raum für die Entwicklung des allgemeinen Klangcharakters ließ.

Sein Bruder hatte mit dem als Soloinstrument geläufigeren Flügel einen sehr viel leichteren Einstieg. Ludwig van Beethoven hatte seine Klaviersonate Es-Dur Op. 109 einem jungen Mädchen mit den Worten gewidmet, „Es ist der Geist der edlere und bessere Menschen auf diesem Erdenrund zusammenhält“. Diese Worte schien Niels Liepe bei seinem Spiel verinnerlicht zu haben. Die Sonate mit ihrem anrührend schlichten langsamen Zwischenteil, klingt nicht nur wie für eine 19jährige geschaffen, sie bietet - zumindest in der Art wie Nil sie interpretierte - auch übergreifende Antworten.

Nach der Pause gab es dann das erste und einzige Stück, das auch auf dem ursprünglichen Programm vorgesehen war: Die Sonate Nr.5 A-Dur (KV305) von Wolfgang Amadeus Mozart. Wer unter den Hörern bis dahin noch kein Mozart-Fan war, konnte es hier endgültig werden, so unterhaltsam spielten die Brüder die gefällige Sonate. Die grandiose Sonate „F a e“ - „frei aber einsam“ von Johannes Brahms und anderen, gab Anlass zu vielfältigen Spekulationen; im Verhältnis zum privaten Rahmen des Wasserschlosses wirkte sie fast ein wenig überdimensioniert.

Dagegen machte ein Scherzo von Peter Tschaikowsky mit seinen effektvollen Stimmungswechseln gewaltig Furore.

Das Publikum erklatscht sich eine schwungvolle Zugabe von George Gershwin, die das vielseitige Programm der jungen Künstler vortrefflich abrundete. Von Bach bis Gershwin- ein anregender Abend!


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