Mo., 03.11.2008

Westerkappeln In Japan spricht Urs Borer Italienisch

Westerkappeln /Osnabrück. Die Schweizer Alpen kennt Urs Borer sehr gut. Schließlich ist er dort geboren. In diesen Tagen lernt der Dirigent des Männergesangvereins Westerkappeln die „japanischen Alpen“ kennen. Zusammen mit der Pianistin Kiyomi Helms ist der ehemalige Kapellmeister der Städtischen Bühnen in Osnabrück dorthin gefahren. Die beiden haben am Sonntag in der Präfektur Gunma nördlich von Tokyo ein Konzert gegeben.

Ein paar Tage vor ihrem Abflug saßen sie noch bei Urs Borer zu Hause in Pye. Die Gemeinde, in die sie gefahren sind, ist ein Kurort mit Thermalquelle. Helms und Borer sind dort am Sonntag mit dem Gunma Symphony Orchestra aufgetreten. Anlass war das 50-jährige Bestehen des kleinen Kurortes.

„Das wird eine anstrengende Erholung“, schätzte Urs Borer, der zum ersten Mal in Japan ist, ein paar Tage vor dem Abflug. Kiyomi Helms dagegen ist in Tokio geboren und aufgewachsen, bevor sie an der Musikhochschule Hamburg in einer Meisterklasse Klavier studierte. Seit 1975 lebt sie in Osnabrück.

Hier haben sich Kiyomi Helms und Urs Borer, der den MGV Westerkappeln seit 18 Jahren dirigiert, auch vor zehn Jahren kennengelernt und festgestellt, dass sie musikalisch besonders gut zusammen passen. Das sei nicht selbstverständlich, sagte Urs Borer.

Seitdem treten sie als Duo Da Capo auf und spielen vierhändige Stücke auf zwei Klavieren. Das haben sie neben dem gemeinsamen Auftritt mit dem Gunma Symphony Orchestra auch in Japan bei der Jubiläumsfeier gemacht.

Am vergangenen Mittwoch ging es los. Ihren Auftritt hatten sie zwar erst am 2. November. Doch bevor es so weit war, mussten sie mit dem japanischen Orchester proben. Urs Borer hat dirigiert, Kiyomi Helms saß am Klavier.

Verständigungsprobleme bei den Proben fürchtete Urs Borer nicht. Alle seine Anweisungen gab er den Musikern auf Italienisch . Und die haben sie sicher auch verstanden. „Das ist die musikalische Sprache“, erklärte Borer.

Als er einmal mit Musikern in der Türkei zusammengearbeitet habe, habe das hervorragend funktioniert, berichtete er. Falls es doch Verständigungsprobleme gab, konnte immer noch Kiyomi Helms übersetzen.

Das e-Moll-Klavierkonzert von Chopin sowie Stücke von Bizet und Mozart haben Helms, Borer und das Orchester gespielt. Nach Gunma sind Helms und Borer als „Musikbotschafter“ gefahren, wie sie selbst sagen. Die Veranstalter wollten in dem Ort für klassische Musik werben, vermutete Kiyomi Helms. So erklärte sie sich, dass in einem relativ kleinen Ort ein so großes Konzert stattfand – noch dazu moderiert von einer bekannten japanischen Fernsehmoderatorin.

Nach dem Konzert haben die beiden Musiker nun vielleicht ein wenig Zeit für die Thermalquelle oder andere Annehmlichkeiten eines Kurortes. Oder dafür, die „japanischen Alpen“ kennenzulernen. Das ist übrigens das Gebirge, das sich quer über die Insel Honshu zieht, das Kernland von Japan.

Übrigens: Einen Bericht über das Konzert gibt es im Internet über die Homepage www.vill.showa.gunma.jp. Die dürfte, weil japanisch, zwar nur schwer zu lesen sein. Die Suchmaschine „Google“ liefert aber eine – wenn auch mangelhafte – Übersetzung.

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