Mo., 23.11.2009

Westerkappeln Reformator von Lehre und Leben

Von Karin C. Punghorst

Westerkappeln - Johannes Calvin (1509 bis 1564) gilt als einer der berühmtesten, meistgelesenen, aber auch umstrittenen Reformatoren der Kirchengeschichte. Eine Ausstellung in der evangelischen Stadtkirche informiert ab Dienstag über Person, Werk und Wirkung des vor 500 Jahren in Frankreich geborenen Theologen.

An der Konzeption der Wanderausstellung wirkten mit das Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und die Reformierte Bund in Deutschland. Nach Westerkappeln geholt hat die Ausstellung Pastor (i. R.) Klaus Maßmann. Gemeinsam mit Pastor Olaf Burghardt und Pastor Reiner Ströver bietet er in den kommenden Wochen für interessierte Besucher Führungen durch die Präsentation an.

In der Kirche sind insgesamt 14 Stellwände im Eingangsbereich und im Altarraum positioniert. Alle stehen unter einer bestimmten Überschrift. Drei Schwerpunkte sind zu erkennen: biografische Inhalte, theologische Themen und deren Wirkungsgeschichte. Aufgegriffen werden durchaus auch strittige Punkte wie der Abendmahlsstreit und die „Prädestinationslehre“. Calvin entwickelte seine Aussagen auf der Fragestellung, „warum nehmen die einen die Predigt des Evangeliums an, die anderen nicht ?“ Die Komplexität des Themas hat Calvin wohl zeitlebens beschäftigt. Er kommt zu dem Schluss, dass das Heil eines Menschen allein in Gottes Gnade stehe und der Mensch dazu selbst nicht beitragen könne. Eine abschließende Bewertung nimmt die Ausstellung nicht vor, gleichwohl kommen auch Kritiker zu Wort. Im begleitenden Ausstellungskatalog heißt es wiederum: „Für die verfolgten Protestanten wurde diese Lehre von der Prädestination (Erwählung) zu einem Fundament des Trostes im Leben und im Sterben.“

Auf den einzelnen Stellwänden werden die behandelten Themenbereiche in den biografischen und zum Teil historischen Kontext eingeordnet. Die Aspekte sind ansprechend bebildert, die jeweiligen Wirkungsstätten Calvins werden dem Betrachter mit historischen Stadtansichten vor Augen geführt.

Pastor Klaus Maßmann sieht die Bedeutung Calvins vor allem in seiner zweifachen Rolle als Bewahrer des evangelischen Glaubens. „Calvin hat die Reformation nach dem Tode Luthers bewahrt. Es gab damals einen Stillstand, und die katholische Kirche positionierte sich.“ Genauso wichtig ist Maßmann diesbezüglich die inhaltliche theologische Ausrichtung: „Calvin steht für die Reformation der Lehre und für die Reformation des Lebens.“

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