Westerkappeln
Mehr Hilfe bei Demenz

Donnerstag, 30.09.2010, 17:09 Uhr

Westerkappeln - „Zeit, das sich was dreht“, sang Herbert Grönemeyer zu Zeiten der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Nun hat Friedhelm Schönhoff , Leiter des Hauses der Diakonie, weder direkt etwas mit Fußbällen noch mit Völkerverständigung zu tun und dennoch möchte auch Schönhoff schon seit längerer Zeit, dass sich etwas dreht - oder besser: bewegt.

Das dazugehörige Themengebiet ist klar festgelegt. Es geht um Demenz , eine Krankheit von der immer mehr Menschen betroffen sind.

Sei es als Kranker oder als Angehöriger, denn auch für die den Demenzkranken nahestehenden Personen ändert sich ab der Diagnose einiges.

So zumindest war es auf dem Treffen zu erfahren, dass Schönhoff am Mittwoch im Haus der Diakonie organisiert hatte. Vertreter von Politik, der Kirche und Pflegediensten waren gekommen, um sich über das Thema auszutauschen. Ein Vortrag von Annette Mandelartz vom Demenz-Servicezentrum NRW in Münster war ein willkommener Einstieg, aus dem sich schließlich eine rege Diskussion zum Thema ergab - mit einem klaren Ergebnis: „Die Leute vom Fach, die in dieser Runde anwesend waren, haben beschlossen, dass wir etwas tun wollen“, sagt Schönhoff.

So soll es, vielleicht schon im kommenden Frühjahr, eine erste öffentliche Veranstaltung zum Thema geben. Problemfelder rund um die Demenz gibt es viele. „Ich denke, wir werden auch an einem Demenzwegweiser arbeiten“, sagte Schönhoff.

Dieser Ratgeber soll als Hilfe für Angehörige dienen, die sich sonst oft der Krankheit hilflos gegenübersehen und nicht wissen, an wen sie sich wenden können. Das soll sich ändern. Telefonnummern sollen geordnet, vorhandene Angebote erfasst werden.

„Ich finde, das ist schon mal ein sehr guter Anfang, dass viele gemeinsam etwas machen wollen“, freut sich Schönhoff. Auch die bei der Diskussion angeklungenen Schulungen „anderer Berufsgruppen“ fände er sehr interessant. „Friseure, Verkäufer, Bänker, sie alle kommen mit Demenzkranken in Kontakt, wissen aber oft nicht, wie sie mit ihnen umgehen sollen“, warf Mandelartz ein und erklärte: „Es ist wichtig für den Banker, zu wissen, wann er sich über tägliche Abbuchungen wundern sollte.“

Auf die Schnelle lassen sich die angedachten Projekte sicher nicht alle umsetzen, dennoch ist Schönhoff optimistisch: „Wir wollen am Ball bleiben, das ist sehr wichtig“. Es bewegt sich etwas.

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