So., 16.02.2014

Bald ein Partner in Südwestafrika ? Streiche Bathmen – setze Khorixas

Westerkappeln - 

Auseinandergelebt haben sich die beiden Partner ja schon lange. Jetzt ist es wohl nur eine Frage der Zeit, wann der Bund offiziell gelöst wird. Die Partnerschaft Westerkappelns mit der niederländischen Gemeinde Bathmen hat jedenfalls keine Zukunft mehr. Dafür könnten bald neue Bande nach Südwestafrika geknüpft werden.

Von Frank Klausmeyer

Mitte Januar war Bürgermeister Ullrich Hockenbrink in Holland zu Besuch, um über die Fortsetzung der Beziehungen zu Bathmen zu sprechen. 1984 war der Freundschaftsvertrag unterzeichnet worden. Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen der Partnerschaft sind nicht mehr zu erwarten. Bathmen hat bereits im Jahr 2005 nach einer Kommunalreform in den Niederlanden seine Selbstständigkeit verloren und gehört nun zur Hansestadt Deventer. Schon seitdem sind die politischen Beziehungen abgerissen, während auf Vereinsebene noch der eine oder andere Kontakt bestehen blieb.

Als Rechtsnachfolger von Bathmen ist jetzt eigentlich Deventer Partner von Westerkappeln . Dies sei dort gar nicht richtig bekannt gewesen, berichtete Bürgermeister Hockenbrink nach einem Gespräch mit seinem niederländischen Kollegen Heidema.

Dieser habe jedoch deutlich gemacht, dass es in Deventer kein Interesse an einer Fortsetzung der Partnerschaft gebe. Deventer pflege internationale Beziehungen nur projektbezogen, jedoch nicht in Form einer institutionalisierten Partnerschaft. Heidema habe angekündigt, dass er seinem Rat das Anliegen der Gemeinde Westerkappeln vortragen werde. „Wir gehen aber davon aus, dass die Partnerschaft gekündigt wird“, sagte Hockenbrink. „Wir sollten dann auf jeden Fall dafür Sorge tragen, dass dann die verblassten Schilder an den Ortseingängen abmontiert werden“, regte Wolfgang Jonas ( CDU ) an. Denn dort stehen – wenn auch kaum leserlich – Bathmen und Kappeln noch Seit an Seit.

Verblasste Freundschaft: Die Partnerschaftsschilder an den Ortseingängen können wohl bald abmoniert werden.

Verblasste Freundschaft: Die Partnerschaftsschilder an den Ortseingängen können wohl bald abmoniert werden. Foto: Frank Klausmeyer

Unterdessen hat die Gemeinde Westerkappeln die Fühler in Richtung Südwestafrika für eine neue Partnerschaft ausgestreckt. Dabei wird allerdings eine andere Beziehung als die zu Bathmen angestrebt. Konkret geht es um eine Entwicklungszusammenarbeit mit der Gemeinde Khorixas in Namibia.

Dorthin unterhält der Evangelische Kirchenkreis Tecklenburg schon seit über 30 Jahren Beziehungen. Vor allem der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Pastor Dr. Reinhold Hemker gehört zu den treibenden Kräften dieser Kontakte. Er hat bereits diverse inoffizielle Partnerschaften zwischen kirchlichen Einrichtungen, Vereinen oder Schulen aus der Region und Khorixas eingestielt – auch aus Westerkappeln. Bisheriger Höhepunkt sei der Besuch von Mitgliedern des Westerkappelner Posaunenchores im vergangenen Jahre gewesen, berichtete Hemker im Kulturausschuss. „Das war ein Stück internationale Friedensarbeit.“

Nun sollen diese Beziehungen einen offiziellen Status bekommen. Bereits 2011 hatte sich der Bürgermeister in Khorixas an die Gemeinde Westerkappeln mit der Bitte um eine Zusammenarbeit gewandt. Die Verwaltung hat jetzt einen Projektantrag bei der nordrhein-westfälischen Landesregierung gestellt. Nach Angaben von Hauptamtsleiterin Carola Dopp geht es um eine Fördersumme von 30 000 Euro. Damit sollen in Khorixas die Infrastruktur verbessert und Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Projekt ist zunächst auf ein Jahr angelegt.

Die Gemeinde müsste sich im Falle einer Genehmigung des Projektantrags mit zehn Prozent an der Summe beteiligen. Dieser kommunale Anteil ist aber nicht zwingend aus Steuermitteln bereitzustellen. Spenden könnten angerechnet werden, betonte Hemker und wies in diesem Zusammenhang auf den Glühweinverkauf des Westerkappelner Jugendrotkreuzes beim Weihnachtsmarkt hin. „Der Mensch ist viel eher bereit, eine Sache zu unterstützen, wenn sie konkret ist“, meinte Hemker.

Sollte der Projektantrag in Düsseldorf genehmigt werden, wäre Westerkappeln nach seinen Angaben übrigens die erste Kommune im Kreis Steinfurt, die eine solche Entwicklungspartnerschaft pflegt.

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